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Für Ajax wurde aus dem Traum ein Albtraum

Ajax Amsterdam verzauberte in diesem Frühjahr Fussball-Europa. Doch in der letzten Sekunde verpasste die junge Mannschaft gegen Tottenham Hotspur den Final der Champions League. Der Schock sitzt tief.
Aus dem Traum wurde ein Albtraum: Die Ajax-Spieler nach dem späten Gegentor (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/OLAF KRAAK)

Aus dem Traum wurde ein Albtraum: Die Ajax-Spieler nach dem späten Gegentor (Bild: KEYSTONE/EPA ANP/OLAF KRAAK)

(sda)

Das romantische Fussball-Märchen von Ajax Amsterdam endete mit einem gespenstischen Moment. Es fühlte sich an, als habe jemand den Stecker gezogen. Gerade war die fünfte Minute der Nachspielzeit angebrochen, als Ajax Abstoss hatte. Der Lärmpegel im ohnehin bebenden Stadion hob in ohrenbetäubende Sphären an. Die Zuschauer glaubten: Das war es. Ajax steht im Final. Einzelne Spieler liessen sich sogar schon zu Jubelposen hinreissen.

Doch der Abstoss von Torhüter André Onana kam postwendend zurück, und als die Spieluhr 95 Minuten und eine Sekunde zeigte, war es plötzlich ausser in der kleinen Ecke der Tottenham-Fans ganz still in der riesigen Arena. Lucas Moura hatte mit seinem dritten Tor an diesem Abend das 3:2 für Tottenham erzielt. Der mitreissende Aussenseiter Ajax wurde einen Millimeter vor dem grossen Ziel aus dem Traum gerissen.

Er wird nicht mehr in diesen Traum zurückkehren, denn in dieser Formation wird er nicht mehr zusammenspielen. Das Team der jungen Wilden droht komplett auseinanderzufallen. Deshalb sagte Mittelfeldspieler Frenkie de Jong. «Das war ein echtes Fussball-Märchen. Leider eines ohne Happy-End». Der bald 22-Jährige wird nach dieser Saison für 75 Millionen Euro zum FC Barcelona wechseln.

Auch der 19-jährige Captain und Innenverteidiger Matthijs de Ligt wird von fast allen Top-Klubs umworben. Den Mittelfeldspieler Donny Van de Beek, der Torschütze im Hinspiel, sowie den Stürmer Hakim Ziyech wird man in der nächsten Saison ebenfalls nicht mehr im Ajax-Trikot sehen. Borussia Dortmund, Bayern München, Inter Mailand, Juventus Turin, Real Madrid und ein paar englische Klubs natürlich... Ihre Berater können sich die Traumadresse aussuchen. Mittelstürmer Dusan Tadic, der nach mässigem Erfolg bei Southampton die Karriere in einer grossen Liga eigentlich schon beendet hatte, könnte nun doch wieder zurück nach England wechseln.

Sie alle waren in diesem Frühjahr regelrecht durch den Wettbewerb geschwebt. Sie hatten Fussball-Europa verzaubert, hatten Titelverteidiger Real Madrid oder Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo in den Runden zuvor ein Schnippchen geschlagen. Doch kurz vor dem Ziel waren sie gescheitert.

Vielleicht auch, weil sie zum ersten Mal in dieser Saison in der Champions League etwas zu verlieren hatten. Nach dem Doppelschlag von Lucas Moura zum 2:2, wirkte das Team zunächst paralysiert, dann in seinen Aktionen fahriger als sonst. Mit dem Druck konnte Ajax nicht mehr so gut umgehen wie mit der Rolle des frechen Aussenseiters. Oder wie es Reporter Marcel Reif im TV-Studio von Teleclub sagte: «Plötzlich ging im Keller das Licht aus, und die Kinder kriegten Angst.»

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