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Fünf Langläufer wegen Dopings verhaftet

Die nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld haben ihren Doping-Skandal. Bei Razzien im WM-Ort und in Deutschland werden im Zusammenhang mit Dopingverstössen neun Personen festgenommen.
Der österreichische Langläufer Dominik Baldauf wird des Dopings verdächtigt (Bild: KEYSTONE/APA/APA/GEORG HOCHMUTH)

Der österreichische Langläufer Dominik Baldauf wird des Dopings verdächtigt (Bild: KEYSTONE/APA/APA/GEORG HOCHMUTH)

(sda/apa/dpa)

Bei den verhafteten Personen handelt es sich unter anderen um die österreichischen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf sowie einen kasachischen und zwei estnische Athleten, wie das österreichische Bundeskriminalamt (BK) mitteilte. Beim Kasachen dürfte es sich um Alexej Poltoranin handeln, bei den Esten um Andreas Veerpalu und Karel Tammjarv, da diese fünf Läufer am Mittwochnachmittag nicht zum WM-Rennen über 15 km antraten. In Deutschland wurde ein Sportarzt und ein deutscher Komplize festgenommen.

«Uns ist es gelungen, auch einen Sportler auf frischer Tat zu erleben», sagte Dieter Csefan, Chef der Abteilung organisierte Kriminalität des Bundeskriminalamts an einer Pressekonferenz in Innsbruck. Demnach sei ein Sportler mit Bluttransfusion im Arm angetroffen und festgenommen worden. Um welchen der fünf betroffenen Sportler es sich handelt, wurde nicht bekannt. «Ich bitte um Verständnis, dass wir zu den einzelnen Sportlern keine Angaben machen», sagte Csefan.

Der mutmassliche Kopf des kriminellen Dopingnetzwerkes ist ein Sportmediziner aus Erfurt, der sich mit einem Komplizen ebenfalls unter den Festgenommenen befindet. In Deutschland fanden ebenfalls mehrere Hausdurchsuchungen statt. Die Behörden ermitteln seit mehreren Monaten «wegen des Verdachts des gewerbsmässigen Sportbetruges sowie der Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken». Die Gruppierung in Erfurt sei dringend verdächtig, «seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen, um deren Leistung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen zu steigern und daran zu verdienen», hiess es weiter.

Der bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 positiv auf EPO getestete Langläufer Johannes Dürr hatte im Januar umfassend über die Doping-Praktiken im Leistungssport ausgepackt, hatte sich dann aber nicht für die WM qualifiziert. Seine Aussagen halfen nun auch bei der Operation «Aderlass».

Weltweit agierendes Netzwerk zerschlagen

Es dürfte auch nicht bei den Langläufern bleiben. «Es werden sicherlich auch noch andere Sportarten betroffen sein», sagte Csefan. Als Begründung dafür nannte der Beamte, dass die Ermittlungen ergeben hätten, dass «dieses Netzwerk seit Jahren weltweit agiert». Konkret nannte er einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren und sprach direkt von einer «kriminellen Organisation».

Das österreichische BK hatte schon vor gut zwei Jahren bei der Biathlon-WM in Hochfilzen in den Team-Unterkünften der kasachischen Nationalmannschaft eine Razzia durchgeführt. Bei der nächtlichen Durchsuchung wurden zahlreiche medizinische Produkte und Medikamente sichergestellt.

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