Florence Schelling wird Sportchefin im SC Bern

Die 31-jährige Zürcherin Florence Schelling, langjährige Torhüterin im Eishockey-Nationalteam der Frauen, übernimmt nach Ostern die Position des General Managers (Sportchef) beim SC Bern.

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Florence Schelling ist ab nächster Woche für die sportlichen Belange des SC Bern zuständig
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Florence Schelling gratuliert Goalie Nubya Aeschlimann an den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne
Florence Schelling 2018 als Goalie des Schweizer Nationalteams an den Olympischen Spielen in Südkorea
Florence Schelling als Assistenztrainerin der U18-Nationalmannschaft der Frauen im August 2018 in St. Gallen
Florence Schelling (links) posiert zusammen mit Laura Benz auf dem goldenen Teppich an der Verleihung des Credit Suisse Sports Awards 2018
Florence Schelling (rechts) neben IOC-Präsident Thomas Bach und Mark Streit (links)

Florence Schelling ist ab nächster Woche für die sportlichen Belange des SC Bern zuständig

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
(sda)

Schelling löst den bisherigen Sportchef Alex Chatelain ab. Zum ersten Mal führt in der Männer-Domäne Eishockey eine Frau die Sportabteilung eines Profi-Teams.

Aufgrund einer noch nicht abgeschlossenen Regeneration nach einem schweren Skiunfall im Februar 2019 beginnt Schelling mit einem 50-Prozent-Pensum. Danach wird sie den Einsatz laufend steigern.

Florence Schelling, die sowohl 2012 an der WM als auch 2014 an den Olympischen Spielen in Sotschi mit dem Nationalteam Bronze gewonnen hat, war nach dem Ende ihrer Aktivkarriere (2018) noch kurz Headcoach des U18-Nationalteams der Frauen. Ausserhalb des Eishockeysports hat Florence Schelling ein Studium der Betriebswirtschaft mit dem Master abgeschlossen.

Warum Florence Schelling? «Wir suchten eine junge, unverbrauchte, intelligente und visionäre Person», so Marc Lüthi, der CEO des SC Bern. «Unter den Leuten, die schon bei uns waren, haben wir diese Person nicht gefunden. Dann haben wir uns an Florence Schilling gewandt. Jetzt sind wir überzeugt, dass sie die Persönlichkeit ist, die wir suchten und wollten.»

Von seiner neuen Sportchefin erwartet Lüthi, dass «sie und ihr Team dem SC Bern zu weiteren Erfolgen verhelfen». Und er hofft, dass Florence Schelling bei den Transfers über ein glücklicheres Händchen verfügt als Alex Chatelain. Die Verpflichtung von Schelling soll auch nicht als PR-Gag verstanden werden. Schelling erhält vom SC Bern den gleichen Einstiegslohn wie Alex Chatelain beim Amtsantritt.

Chatelain bleibt beim SCB

Chatelain wurde sowohl von den Medien wie auch von den eigenen Fans zuletzt zum Sündenbock für den Niedergang des Berner Meisterteams gestempelt. Der SC Bern spielte eine miserable Saison und verpasste als Meister die Playoffs. Zuletzt gelang es dem SC Bern nicht mehr, starke Schweizer Akteure in die Hauptstadt zu holen. Trainer Kari Jalonen wurde mitten in der Saison entlassen, nachdem sein Vertrag im Herbst noch verlängert worden war.

«Wir haben festgestellt, dass die aktuelle Situation für uns und für Alex Chatelain nicht mehr gut war», so Marc Lüthi. «Aber: Alex Chatelain verfügt über mehr Stärken, als ihm von der Öffentlichkeit zugestanden werden. Wir sind froh, dass wir ihn in der Organisation behalten können.»

Chatelain übernimmt von Lars Leuenberger, der einst als Trainer nicht mehr erwünscht war, das Departement Sportstrategie. Ausserdem will Bern vermehrt auf Sport-Analytics setzen, auch in diesem von den meisten Klubs vernachlässigten Bereich soll sich Chatelain künftig betätigen.

Lars Leuenberger im Trainerstaff

Lars Leuenberger, der bisherige Leiter Sportstrategie, wurde als Assistenztrainer für nächste Saison bestätigt. Er wird gemeinsam mit Sommertrainer Roland Fuchs das Sommertraining für das 27-Mann-Kader leiten. Dem SCB fehlen für nächste Saison noch der Headcoach und zwei Ausländer. Mit der Verpflichtung des Headcoaches, was beim SC Bern Chefsache ist, will sich Marc Lüthi erst befassen, wenn sich «ein Silberstreifen am Corona-Horizont» zeigt.