Fischer: «Ich habe noch nie gegen eine bessere Mannschaft gecoacht»

«Ich habe noch nie gegen eine bessere Mannschaft gecoacht», sagt Nationaltrainer Patrick Fischer nach der 0:3-Niederlage der Schweiz gegen Olympiasieger Russland an der Eishockey-WM in der Slowakei.

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(sda)

«Die Russen haben alles: Tempo, Grösse, technische Fertigkeiten, und sie standen defensiv solid, spielten einfach, was man von ihnen nicht so kennt», lobte Captain Raphael Diaz den Gegner. Fischer ergänzte: «Wenn wir ein solches Team bezwingen wollen, müssen wir ein perfektes Spiel zeigen.»

Zu Beginn allerdings waren die Schweizer überfordert. Die logische Konsequenz war das frühe 0:1 (4.). «Am Anfang waren wir ziemlich überrascht vom Speed und der Passgenauigkeit der Russen», erklärte Diaz. Fischer nahm das Wort «Wirbelsturm» in den Mund. «Danach fingen wir uns gut auf und steigerten uns in der Defensive.»

Tatsächlich hielten die Schweizer in der Folge gut dagegen. «Im zweiten und dritten Drittel spielten wir frecher», sagte Diaz. «Wir hatten unsere Chancen, einzig ein Tor fehlte.» Ein Schwachpunkt war einmal mehr das Überzahlspiel - die Schweizer vermochten keine der sechs Strafen gegen die Russen zu nutzen. Die Erfolgsquote im Powerplay an dieser WM ist mittlerweile auf 12,90 Prozent gefallen.

«Das Powerplay hätte uns Luft geben können», so Fischer. «Wir versuchten, mehr zu schiessen, mehr Pucks auf das Tor zu bringen. Wir müssen jedoch schlauer sein.» Diaz hatte das Gefühl, «dass wir gut in die Zone kamen und die Scheibe laufen liessen. Am Ende nützt es aber nichts, wenn es schön aussieht, sondern wir müssen mal ein Tor machen. Das ist uns bewusst.» Diesbezüglich Abhilfe schaffen könnte NHL-Stürmer Nino Niederreiter, der am Montag zum Team stösst.

Auffällig war, wie konzentriert die Russen zu Werke gingen. Fischer: «Sie packten alle Waffen aus. Das zeigt, dass sie uns ernst nehmen.» Die Schweizer geniessen nun einen Ruhetag, ehe sie am Dienstagmittag zum Abschluss der Gruppenphase auf Tschechien treffen. Der spielfreie Tag kommt Fischer zupass: «Ein paar Spieler sind etwas ausgebrannt. Wir sind uns bewusst, dass es (gegen Tschechien) eine wichtige Partie ist. Noch wichtiger ist aber der Donnerstag.» Dann stehen die Viertelfinals auf dem Programm.