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FCZ-Stürmer Michael Frey gab die Marschroute vor

Mentalität schlägt Qualität. Ludovic Magnin hat sich einige Male wiederholt. Und im Cupfinal mit dem FC Zürich gegen die Young Boys Recht behalten.
Mentalitätsmonster Michael Frey jubelt in Bern mit dem FCZ über den Cupsieg (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Mentalitätsmonster Michael Frey jubelt in Bern mit dem FCZ über den Cupsieg (Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

(sda)

Kopf und Herz würden entscheiden, hatte der Trainer des FC Zürich prophezeit vor dem Cupfinal gegen Meister YB. Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Drei Monate nach seinem Amtsantritt bescherte ihm seine Mannschaft den ersten Titel als Trainer einer Profimannschaft. Und einer, der wie prädestiniert ist für Spiele wie diese, stach besonders hervor: Michael Frey, der Berner in Zürcher Diensten, der Verstossene.

"Kopf und Begeisterung haben entschieden", befand Magnin nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft. Tatsächlich musste Adi Hütter in den 90 packenden Minuten feststellen: "Die Zürcher haben den Sieg mehr gewollt. Wir kriegten sie von der ersten Minute an nicht in den Griff."

In Unterzahl zitterte sich der Aussenseiter in den Schlussminuten über die Ziellinie. Es war knapp. Aber der FCZ war der verdiente Gewinner. Er wollte diesen Sieg mehr. Die Zürcher spielten mit mehr Emotionen. Die in fünfstelliger Zahl nach Bern marschierten FCZ-Fans übertönten die YB-Fans im Stade de Suisse mehrheitlich. Die Zürcher waren bis zum Platzverweis gegen den eingewechselten Sangoné Sarr wegen zweier Fouls innert acht Minuten besser. Sie waren energischer, zielstrebiger, entschlossener. Ohne Rücksicht warfen sie sich in diesem spektakulären Final, in dem YB den Heimvorteil auf dem Kunstrasen besass, in die Zweikämpfe.

Bestes Beispiel für die Zürcher Kampfbereitschaft und Entschlossenheit war Michael Frey. Ausgerechnet er. Aber auch: Wenig überraschend er. Die Eigenschaften des bulligen 1,89-Meter-Stürmers sind wie zugeschnitten auf Spiele wie dieses - dieses Kampfbetonte, die Emotionen, die Brecher-Eigenschaften. Die besondere Geschichte des in Bern verstossenen Münsingers spornte den 24-jährigen zusätzlich an. "Hier den Pokal in die Höhe zu stemmen, ist sehr speziell", meinte Frey. Und Magnin lobte: "Er hat so gespielt, wie man ihn kennt: Mit viel Herz."

In seinen Worten schwang eine gehörige Portion Genugtuung mit. Wie auch bei seinem Torjubel, dem entfesselten Sprint an YB-Trainer Adi Hütter vorbei, der provokanten Siegerfaust und dem provokanten Grinsen. Mit einem platzierten Flachschuss aus mehr als 20 Metern hatte er sein Team auf Siegkurs gebracht. Schon nach 92 Sekunden hatte sich ihm die erste Chance geboten. Mit guten Aktionen in der Defensive und und den Emotionen, die er ins Spiel brachte, unterstrich er seinen Wert auch in anderen Bereichen.

Unter Hütter war Frey vor einem Jahr ein Verstossener. Er, der sich nicht verbiegen lässt und bisweilen eher redet, bevor er denkt, passte nicht ins Schema. Der Wechsel des Ur-Berners zum FCZ kam überraschend. Man habe ihm signalisiert, dass er sich nach einer Alternative umsehen soll, erklärte Frey. Nun verkniff er sich nach Tagen des Schweigens eine Spitze Richtung YB nicht: "Vielleicht hätte YB mit mir das Double geholt."

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