Ex-Nationalgoalie Benaglio hängt die Handschuhe an den Nagel

Der langjährige Schweizer Nationalgoalie Diego Benaglio tritt vom Profifussball zurück. Der 37-Jährige wurde mit Wolfsburg Meister und Cupsieger und war zuletzt bei Monaco engagiert.

Drucken
Teilen
Ende einer erfolgreichen Karriere: Diego Benaglio

Ende einer erfolgreichen Karriere: Diego Benaglio

KEYSTONE/EPA/SEBASTIEN NOGIER
(sda)

Wenige Tage nach Stephan Lichtsteiner nimmt ein weiterer renommierter und verdienter Schweizer Internationaler Abschied. Am 8. September wird der Italo-Zürcher Diego Benaglio 37 Jahre alt. Wie bei Lichtsteiner wurde noch darüber spekuliert, ob Benaglio seine glänzende Karriere in der Schweiz abschliessen würde. Eventuell bei den Grasshoppers, für die er als hoch aufgeschossener Jüngling und Nachwuchsgoalie ab 1999 drei Saisons gespielt hatte.

Benaglios Karriere ist untrennbar mit dem VfL Wolfsburg verbunden, dem er ab 2008 neun Jahre lange die Treue hielt und den er 2009 als Goalie mit den wenigsten Gegentoren zum überraschenden Gewinn der deutschen Meisterschaft - zwei Punkte vor Bayern München - führte. Ab 2012 stand er der Mannschaft fünf Saisons lang als Captain vor. Jeder andere Captain seit Wolfsburgs Aufstieg 1997 war höchstens zwei Jahre lang im Amt.

Als unbestrittene Nummer 1 in der Nationalmannschaft war Benaglio der Nachfolger von Pascal Zuberbühler und der Vorgänger von Yann Sommer. So brachte er es auf zwei Spiele der EURO 08 in der Schweiz - im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel gegen Portugal kam er nicht mehr zum Einsatz - und auf insgesamt sieben Spiele an den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien mit der Niederlage nach Verlängerung im Achtelfinal gegen Argentinien. Wenig später gab er im August 2014 nach insgesamt 61 Länderspielen den Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Unvergesslich ist das erste Gruppenspiel der WM 2010. Benaglio hielt das Tor gegen die nachmaligen Weltmeister aus Spanien rein und ermöglichte der Nati den vielbeachteten 1:0-Sieg.

An der «Sommermärchen»-WM 2006 in Deutschland, an der die Schweiz unter Trainer Köbi Kuhn in die Achtelfinals kam, war Benaglio im Kader, alle Spiele bestritt jedoch Pascal Zuberbühler. Eine weitere Endrunde in Benaglios Lebenslauf war die der Olympischen Spiele 2012 in London.

Für Stuttgart, Wolfsburg, Nacional Funchal und zuletzt Monaco absolvierte Benaglio fast 500 Wettbewerbsspiele. Seit seinem Wechsel in die Ligue 1 im Sommer 2017 kam er aber für die Monegassen nicht mehr regelmässig zum Einsatz. Auch deshalb stellt er nun in einer Medienmitteilung fest: «Es ist Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich in den letzten zwei Jahrzehnten im Fussball erleben und erreichen durfte. Ich freue mich nun aber auf neue Herausforderungen.»

Unter anderem wird Benaglio Partner der DB Sports AG und als Botschafter der Sport-Community Sportlifeone fungieren.