Ewan gewinnt 11. Etappe im Sprint - Glückloser Sagan zeigt Nerven

Caleb Ewan gewinnt nach der 3. auch die 11. Etappe der Tour de France. Im Gegensatz zu Sagan behält der Australier im Zielsprint in Poitiers die Nerven und untermauert seinen Status als Sprint-König.

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Blumen für den Sieger: Caleb Ewan gewann nach der 3. auch die 11. Etappe der diesjährigen Tour de France

Blumen für den Sieger: Caleb Ewan gewann nach der 3. auch die 11. Etappe der diesjährigen Tour de France

KEYSTONE/EPA/Thibault Camus / Pool
(sda)

Beim voraussichtlich letzten Kräftemessen der Sprinter vor dem Gang in die Alpen bewahrte Ewan im Chaos die Übersicht. Der 26-Jährige vom Team Lotto Soudal fand sich nach einem erfolglosen Ausreissversuch eines Trios auf den letzten Kilometern plötzlich ganz vorne am Feld wieder. Weil Gegenwind für die Sprinter Gift ist, liess sich Ewan zurückfallen. Auf der leicht ansteigenden Zielgeraden fand er schliesslich spät die entscheidende Lücke und wuchtete seine Rad ein paar Zentimeter vor Peter Sagan, Sam Bennett und Wout van Aert über die Ziellinie.

Nach den drei Tagessiegen bei seinem Tour-Debüt im letzten Jahr durfte sich Ewan im Westen Frankreichs nun schon über seinen fünften Streich bei der Grande Boucle freuen. Mehr Etappenerfolge als der in Sydney geborene Sohn einer Koreanerin und eines Australiers kann in den letzten zwei Jahren keiner vorweisen. Auch Peter Sagan nicht. Der dreimalige Weltmeister wartet weiter auf seinen 13. Tour-Etappensieg.

Im Zielsprint am Mittwoch leistete sich der seit nunmehr 14 Monaten sieglose Slowake mit einem Rempler gegen Van Aert einen groben Aussetzer. Der Belgier, zuvor Sieger des 5. und 7. Teilstücks, quittierte Sagans Aktion mit einem Mittelfinger. Nach einem Entscheid der Rennjury wurde der ursprünglich als Zweiter gewertete Sagan ans Ende des Feldes zurückversetzt. Damit verlor er weitere Punkte im Kampf um das grüne Trikot, das weiterhin Bennett innehat.

Wohl letzter Massensprint vor Paris

Das Teilstück nach Poitiers war wohl bis zum Tour-Finale am 20. September auf der Pariser Champs-Élysées die letzte Chance für die Sprinter. Nun wird es bergiger. Am Donnerstag steht die mit 218 km längste Etappe der aktuellen Tour im Programm. Den Fahrern stellen sich von Chauvigny nach Sarra vier klassifizierte Anstiege in den Weg. Eine Aufgabe wie geschaffen für eine Ausreissergruppe.

Auch wenn die Abstände in der Gesamtwertung nach wie vor gering sind, muss Primoz Roglic erst am Freitag mit den nächsten Angreifen seiner Konkurrenten auf das Maillot jaune rechnen. Der Topfavorit aus Slowenien liegt in der Gesamtwertung weiterhin 21 Sekunden vor Egan Bernal, dem Vorjahressieger aus Kolumbien. Die nächsten grossen Prüfungen folgen am Freitag und Sonntag mit einer Bergankunft.