«Erreichte und übertroffene Ziele» von Antidoping Schweiz

Die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic fällte im vergangenen Jahr sechs Entscheide zu Dopingverstössen.

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Ernst König, Direktor, links, und Corinne Schmidhauser, Stiftungspraesidentin von Antidoping Schweiz, schreiben von «erreichten oder übertroffenen Jahreszielen»

Ernst König, Direktor, links, und Corinne Schmidhauser, Stiftungspraesidentin von Antidoping Schweiz, schreiben von «erreichten oder übertroffenen Jahreszielen»

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Das Geschäftsjahr 2019 brachte für Antidoping Schweiz zudem ein positives finanzielles Ergebnis.

Aus den Entscheiden zu Dopingverstössen resultierten sechs Sanktionen von 12 bis 48 Monaten Sperre. Dies geht aus der Jahresinformation von Antidoping Schweiz hervor, die von «erreichten oder übertroffenen» Jahreszielen schreibt. Die Ermittlungstätigkeit und die Aktivitäten seien ausgebaut worden.

Zwei Doping-Fälle betrafen die Anwendung von Testosteron, einer den Konsum diverser Anabolika-ähnlicher Substanzen, ein weiterer den Konsum eines Hormon- und Stoffwechsel-Modulators und je ein Fall den Konsum von Kokain sowie Cannabis.

«Operation Aderlass» mit Spuren in die Schweiz

Ein einschneidendes Ereignis im Jahr 2019 war die «Operation Aderlass», welche zur Aushebung eines Blutdoping-Netzwerks rund um einen deutschen Arzt führte. Die Ermittlungen im Nachgang dazu sind nach wie vor nicht abgeschlossen und führten auch in die Schweiz. Antidoping Schweiz war von Beginn an mit den deutschen und österreichischen Behörden und Anti-Doping-Agenturen im Austausch.

Zugleich erfolgte auch eine Koordination auf nationaler Ebene mit der Bundespolizei fedpol und den kantonalen Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften. Einerseits veranschaulichte diese erfolgreiche Kooperation exemplarisch das grosse Potenzial einer Zusammenarbeit zwischen Antidoping Schweiz und den Behörden, andererseits habe die «Operation Aderlass» aber auch klar aufgezeigt, dass in diesem Bereich mehr Ressourcen nötig seien für eine effektive Ermittlungsarbeit.

Zusätzliche Ermittlungsstelle geschaffen

Aus diesem Grund hat der Stiftungsrat von Antidoping Schweiz die Schaffung einer zusätzlichen Ermittlungsstelle noch im laufenden Jahr beschlossen. Damit kann die Ermittlungstätigkeit zum Schutz des sauberen Sportes signifikant ausgebaut und die Zusammenarbeit national sowie auch international intensiviert werden.

Das Geschäftsjahr 2019 brachte ein positives finanzielles Ergebnis. Der Entscheid des Bundesgerichtes von 2018, wonach auf den Beiträgen des Bundes keine Mehrwertsteuer mehr zu entrichten ist, wirkt sich auch auf die Erfolgsrechnung 2019 entscheidend aus. Die Reduktion des Aufwands beträgt 142'000 Franken. Zum guten Resultat beigetragen haben zudem die erhöhten Einnahmen aus den Kontrollen für Dritte.

Die Umsetzung der neuen WADA-Anforderungen sowie die damit verbundenen Mehraufwände stellt Antidoping Schweiz nun vor grosse, auch finanzielle, Herausforderungen. Die diesbezüglichen Gespräche mit Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport sind fortgeschritten. Ziel sei es, noch im laufenden Jahr eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen.