Entscheid über Playoffs fällt am Montag

Mindestens 22 Geisterspiele brockt das Veranstaltungsverbot des Bundesrats dem Eishockey ein. Am Montag entscheidet die ausserordentliche Ligaversammlung, wie es weitergeht. Das Playoff ist in Gefahr.

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Viel Eishockey und keine Zuschauer - zumindest an diesem Wochenende. Playoffs ohne Zuschauer wären für die Klubs aber wirtschaftlich fatal

Viel Eishockey und keine Zuschauer - zumindest an diesem Wochenende. Playoffs ohne Zuschauer wären für die Klubs aber wirtschaftlich fatal

KEYSTONE/KARL MATHIS
(sda)

Eigentlich wähnte sich der Eishockeyverband gut gerüstet. Schon die ganze Woche lief die Eventual-Planung der Liga auf Hochtouren. Bereits am Mittwoch bot Direktor Denis Vaucher wegen des Coronavirus die Klubs für Montag zur ausserordentlichen Versammlung nach Ittigen auf. Am Freitag wurde die Liga dann aber doch von den Ereignissen (und dem Bundesrat-Entscheid) überrascht.

Mit dem Entscheid, die Qualifikation in der National League unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu beenden, hielt sich die Liga primär alle Möglichkeiten offen.

Viele Optionen bieten sich indes nicht. Möglichkeit 1: Playoffs wie vorgesehen am 7. März beginnen und mindestens die ersten vier Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten. Möglichkeit 2: Mit den Playoffs erst beginnen, wenn wieder Zuschauer in die Stadien dürfen, der erstmögliche Spieltermin wäre entsprechend der Dienstag, 17. März. Sollte das Verbot des Bundesrats Mitte März verlängert werden, ist sogar nicht auszuschliessen, dass die Playoffs komplett ausfallen.

Playoffs ohne Zuschauer? Ist das denkbar? «Nein», so die kategorische Antwort von Marc Lüthi, dem CEO des SC Bern, «das kann ich mir schlicht nicht vorstellen.» Lüthi skizziert sogar den Worst-Case, dass das Verbot während Monaten nicht aufgehoben werden kann. «Dann wäre die Saison einfach zu Ende.»

Auch Peter Zahner, der Geschäftsführer der ZSC Lions, möchte Playoffs ohne Zuschauer «so weit wie möglich ausschliessen» - aber es gibt derzeit Nichts, was sich Zahner nicht vorstellen kann. Zahners ZSC Lions befinden sich in Sachen Stadion (Hallenstadion Zürich) in exponierter Lage. Gut zwei Wochen nach dem planmässigen Meisterschaftsende soll im Hallenstadion die Eishockey-WM beginnen. Sollte es nötig sein, könnten die ZSC Lions womöglich noch eine Woche lang im Hallenstadion weiter spielen, länger aber nicht.

Wenn die Playoffs später beginnen, dürften die Serien gekürzt werden. Das Worst-Case-Szenario hier: Best-of-3 schon ab den Viertelfinals.

Und was ist, wenn die Meisterschaft überhaupt nicht beendet werden kann? Ruft die Liga dann den Qualifikationssieger zum Meister aus?

Eine unvollendete Meisterschaft wäre im Schweizer Hockey ein Novum - sogar zu der Zeit, als auf Natureis gespielt wurde, konnte die Meisterschaft immer beendet werden. Nur 1940 fiel die gesamte Schweizer Meisterschaft aus - wegen der Mobilmachung während des 2. Weltkriegs.

Am Montag werden die Klubvertreter nicht nur das weitere Vorgehen für die Playoffs beschliessen, sondern sich auch darüber einigen, was mit den Tickets geschieht, welche für die Wochenendpartien im Vorverkauf abgesetzt worden sind. Angestrebt wird eine einheitliche Lösung. Einige Klubs kündeten schon an, dass sie die Tickets rückerstatten oder durch ein anderes Ticket (nächste Saison) ersetzen werden.