Emilien Jacquelin düpiert die Favoriten

Emilien Jacquelin gewinnt an den Weltmeisterschaften in Antholz in der Verfolgung die Goldmedaille und kommt so auch zu seinem ersten Sieg im Weltcup.

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Der treffsichere Emilien Jacquelin.

Der treffsichere Emilien Jacquelin.

KEYSTONE/EPA/ARMANDO BABANI
(sda)

Martin Fourcade, der die Ziellinie als Vierter überquerte, schien sich mehr zu freuen als am Tag zuvor über seine Bronzemedaille. Er fuhr direkt seinem Teamkollegen Emilien Jacquelin in die Arme und herzte diesen überschwänglich. Vielleicht war Fourcade auch einfach froh, dass er nicht wieder mit dem überführten Dopingsünder Alexander Loginow aus Podest steigen musste. Diesmal lieferten die Biathleten das Drama auf der Strecke.

Bis zum letzten Stehendschiessen hatte der Sprintsieger Loginow seine Führung souverän verteidigt. Dann unterlief ihm ein Fehler, und Jacquelin, der als Sechster ins Rennen gestartet war, und Johannes Thingnes Bö zogen an ihm vorbei. Auf der letzten Runde belauerten sich der Franzose und der Norweger und blieben dabei fast stehen. Auf der Zielgeraden hatte dann Jacquelin die besseren Beine. Bö büsste für die zwei, gerade in der Höhenlage von Antholz kraftraubenden Strafrunden, holte aber immerhin seine erste Einzel-WM-Medaille als Vater. Jacquelin, in der französischen Hierarchie hinter Fourcade und Quentin Fillon Maillet nur die Nummer 3, gewann nicht nur seinen ersten WM-Titel, sondern gleich auch sein erstes Weltcuprennen.

Keine Rolle spielten wie erwartet die Schweizer, die ihre Chancen bereits im Sprint verspielt hatten. Mario Dolder zeigte eine ansprechende Leistung und verbesserte sich nach drei Schiessfehlern von Platz 38 aus noch um zwei Positionen. «Das ist okay», meinte der Baselbieter. «85 Prozent Trefferquote entsprechen in etwas dem, was ich kann. Etwas ärgerlich ist nur, dass zwei der Fehler mit dem letzten Schuss kamen.» Serafin Wiestner (46.) verpasste die Punkte ebenso wie Benjamin Weger. Beim Oberwalliser ging gar nichts mehr. Zur fehlenden körperlichen Frische kamen nicht weniger als sieben Schiessfehler. Das reichte gerade noch zum 59. und zweitletzten Platz.