EM-Bronze für den Bahnvierer

Der Schweizer Bahnvierer gewinnt an den Europameisterschaften in Plovdiv in der Mannschaftsverfolgung die Bronzemedaille. Im Rennen um Platz 3 setzt er sich gegen Weissrussland deutlich durch.

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Der Schweizer Bahnvierer verpasste im letzten Jahr eine Medaille knapp, diesmal klappte es

Der Schweizer Bahnvierer verpasste im letzten Jahr eine Medaille knapp, diesmal klappte es

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
(sda)

Das neu formierte Quartett mit Claudio Imhof, Simon Vitzthum, Lukas Rüegg und Dominik Bieler fuhr in der olympischen Disziplin eine Zeit von 3:55,051 und absolvierte die 4000 m damit mehr als fünf Sekunden schneller als die Weissrussen. Der EM-Titel ging an Russland, das im Final den italienischen Vierer durch Überrunden bezwang.

Der 3. Rang der Schweizer, im Vorjahr undankbare Vierte, ist leistungsmässig schwierig einzuschätzen. Wegen der Corona-Pandemie nehmen an der EM in Bulgarien zahlreiche Nationen nicht oder nur mit stark ersatzgeschwächten Teams teil. In der Mannschaftsverfolgung starteten nur gerade sechs Equipen. Das liegt auch daran, dass diesen Winter keine Weltcup-Rennen stattfinden und die kontinentalen Titelkämpfe die einzigen internationalen Vergleiche sind.

Auch der Schweizer Bahnvierer, das eigentliche Aushängeschild von Swiss Cycling, trat nicht in Bestbesetzung an. Von der Mannschaft, die letzte Saison an der WM und der EM teilgenommen sowie den Schweizer Rekord auf unter 3:50 Minuten gedrückt hatte, waren nur Claudio Imhof und Lukas Rüegg wieder dabei.

Dennoch durfte der Vierer in Plovdiv mit den beiden Rookies Vitzthum und Bieler mehr als zufrieden sein. «Wir sind alle total glücklich mit dieser Medaille», resümierte Claudio Imhof. «Wir konnten kaum gemeinsam trainieren, waren im ersten Training hier in Plovdiv noch sehr unsicher, vermochten uns jedoch von Tag zu Tag zu steigern.» In der Hauptrunde hatten die Schweizer für die 16 Runden noch 2,5 Sekunden länger benötigt.

Einmal mehr bestätigte sich in Plovdiv zudem, dass zuletzt allen Nationen grosse Leistungssprünge gelangen. Zum Vergleich: An der EM 2018, als sie mit Silber die letzte Medaille in dieser Disziplin gewannen, blieben die Schweizer in der damals bestmöglichen Besetzung in 3:56,542 eineinhalb Sekunden über der in Plovdiv gefahrenen Zeit. «Das ist schon krass und spiegelt die erstklassige Arbeit, welche im Nationalteam geleistet wird», so Imhof, der auch damals schon dabei war.