Einzig Aita Gasparin mit starker Schweizer Leistung

Aita Gasparin zeigt im Sprint der WM in Antholz überraschend das beste Schweizer Resultat. Die jüngste der Gasparin-Schwestern erreicht dank einer makellosen Leistung im Schiessstand den 10. Rang.

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Aita Gasparin, die beste Schützin im Schweizer Team, kontrolliert die Windfähnchen.

Aita Gasparin, die beste Schützin im Schweizer Team, kontrolliert die Windfähnchen.

KEYSTONE/AP/Darko Bandic
(sda)

Die Schweizer Frauentrainerin Sandra Flunger hatte vor der WM prophezeit: «Aita Gasparin ist unsere beste Schützin.» Die eben 26 Jahre alt gewordene Bündnerin bestätigte diese Einschätzung gleich bei erster Gelegenheit. Als eine von nur vier Startenden traf Gasparin bei allen zehn Schüssen ins Schwarze und lief so erstmals bei einer WM in die Top Ten. Noch weiter nach vorne reichte es ihr nicht, weil sie in der Loipe nicht mit den Allerbesten mithält.

Dennoch war Aita Gasparin, die jüngste des Familientrios aus dem Engadin, sehr zufrieden. «Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt und schon beim ersten Hinliegen gespürt, dass es perfekt stimmt», erzählte sie. Vor dem zweiten Schiessen nahm sie ein wenig Tempo raus. Beim Laufen habe sie sich nämlich nicht so gut gefühlt. «Am Ende hat mir das aber in die Karten gespielt, weil ich so beim Stehendschiessen noch genug Sauerstoff hatte. Dank meinen Fortschritten beim Laufen reicht es nun aber für die Top Ten und nicht mehr einfach nur für Weltcup-Punkte.»

Lena Häcki und Selina Gasparin, die vermeintlichen Trümpfe im Schweizer WM-Team, hatten nur dann Grund zum Lachen, wenn sie sich für und mit Aita freuen konnten. Häcki nahm sich sogar noch die Zeit, die Sonnenbrille und das Sponsorenlogo für das TV-interview ihrer Teamkollegin zu richten. Selber erlebte sie ein Rennen zum Vergessen. Waren die fünf Fehlschüsse in der Mixed-Staffel dank der Nachlader noch knapp zu verkraften, blieb sie mit erneut fünf Fehlern im Sprint chancenlos und verpasste als 63. sogar die Qualifikation für die Verfolgung vom Sonntag.

Grosse Enttäuschung

«Ich bin richtig enttäuscht von mir», nahm die sonst stets gut gelaunte Engelbergerin kein Blatt vor den Mund. «Fast am meisten wurmt mich, dass ich nicht weiss, was beim Schiessen schief läuft.» Klar ist: «Das ist nicht, zu was ich fähig bin.» Nun erhält sie bis zum 15-km-Rennen mit Einzelstart am Dienstag drei Tage Pause, mit denen sie nicht gerechnet hatte.

Selina Gasparin hielt den Schaden mit drei Fehlern und einer starken Laufleistung einigermassen in Grenzen. Von Platz 25 aus liegt in der Verfolgung noch einiges drin. Dennoch befand auch die 35-jährige Olympia-Zweite von 2014: «Das waren viel zu viele Fehler.» Sie war damit beileibe nicht alleine. Da sie mit einer hohen Nummer gestartet sei, habe sie gesehen, dass viele der Favoritinnen einige Fehlschüsse hatten. «Ich investierte deshalb bewusst mehr Zeit ins Schiessen. Wenn die Fehler dann trotzdem kommen, ist das natürlich besonders bitter.»

Von den Mitfavoritinnen konnte sich einzig die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland durchsetzen, die mit einem Fehlschuss gewann und die erste Einzelmedaille ihrer Karriere holte. Dahinter folgen mit der Amerikanerin Susan Dunklee (0 Fehler) und der Tschechin Lucie Charvatova (1) zwei Aussenseiterinnen. Röiselands Teamkollegin, die bisherige Weltcupführende Tiril Eckhoff, erlebte mit sechs Fehlschüssen und dem 59. Platz ein ähnliches Debakel wie Lena Häcki.