Djokovic für angeschlagenen Federer zu stark

Roger Federer verpasst am Australian Open in Melbourne den Einzug in seinen 32. Grand-Slam-Final. Der angeschlagene Schweizer verliert das Duell gegen Rekordsieger Novak Djokovic 6:7 (1:7), 4:6, 3:6.

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Kein Exploit: Der angeschlagene Roger Federer bleibt im Halbfinal-Duell mit Novak Djokovic ohne Chance
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Wieder muss der Physio ran: Dem Serben kommt im Halbfinal entgegen, dass Federer nicht in Vollbesitz seiner Kräfte ist
Trotz der klaren Niederlage darf sich der Schweizer mit einem positiven Gefühl von den australischen Fans verabschieden
Einzig die Kulisse ist aus Schweizer Sicht an diesem Abend in Melbourne herrlich
Im Spiel hat der Serbe mit Ausnahme des Startsatzes alles fest im Griff

Kein Exploit: Der angeschlagene Roger Federer bleibt im Halbfinal-Duell mit Novak Djokovic ohne Chance

KEYSTONE/EPA/DH MR
(sda)

Roger Federer war aufgrund des Turnierverlaufs für einmal als klarer Aussenseiter in ein Duell mit der Weltnummer 2 gegangen. Im Viertelfinal gegen Tennys Sandgren war er nach der Abwehr von sieben Matchbällen nur mit viel Glück dem Ausscheiden entkommen, zudem stellte sich die Frage, wie fit Federer sein würde, nachdem er gegen Sandgren mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hatte.

Eine gute Stunde lang durfte sich die grosse Mehrheit der Zuschauer in der Rod Laver Arena Hoffnungen auf eine Überraschung oder zumindest eine enge Partie machen. Federer begann stark, führte gleich mit 2:0, verpasste aber bei 4:1 und 40:0 drei Breakbälle zur 5:1-Führung. Djokovic gelang das Rebreak, ehe er ein grossartiges Tiebreak spielte, das er mit 7:1 gewann.

Der Satzverlust war ein Dämpfer für Federer, der den Platz verliess und sich in der Garderobe medizinisch behandeln liess. Er spielte und bewegte sich zwar besser als in der Partie gegen Sandgren, einen 100 Prozent fitten Eindruck machte er aber nicht. Seine gute Serviceleistung liess ihn im zweiten und dritten Satz lange hoffen, letztlich reichte Djokovic aber je ein Break zu seinem deutlichsten Sieg gegen den Schweizer seit dem French-Open-Halbfinal 2012.

Er habe es versucht, sagte Federer, der keine seiner über 1500 gespielten Partien aufgegeben hat. «Ich wusste, dass die Chancen sehr klein sind, aber man weiss ja nie was passiert. Ich hatte nichts zu verlieren.» Den einzigen Vorwurf, den sich der Schweizer machte, war, dass er den ersten Satz nicht nach Hause servieren konnte. Den Grund in seiner Niederlage suchte er aber nicht allein in seiner Verletzung. «Gegen ihn wäre es sowieso sehr schwierig geworden.»

Aus Sicht von Djokovic war der Gewinn des ersten Satzes der Schlüssel zum Sieg. «Ich wollte mich auf mich fokussieren, aber das ist einfacher gesagt als getan.» Er sei zu Beginn nervös gewesen, letztlich hätte ihn der gute Aufschlag bei 1:4 im ersten Durchgang gerettet. Federer zollte er grossen Respekt. «Es war offensichtlich, dass er nicht in bester Verfassung ist. Dennoch hat er noch immer gut gespielt.»

Für Djokovic war es der 27. Sieg im 50. Duell mit Federer, der sechste in Folge an einem Grand-Slam-Turnier. Seit dem Wimbledon-Halbfinal 2012 hat der Serbe an den Major-Turnieren alle Partien gewonnen, vier davon in den Finals von Wimbledon (2014, 2015 und 2019) und am US Open (2015), zwei in den Halbfinals von Melbourne (2016 und 2020).

Im Final, seinem achten in Melbourne, trifft Djokovic am Sonntag auf den Sieger des Duells zwischen Alexander Zverev (ATP 7) und Dominic Thiem (ATP 5), die am Freitag gegeneinander antreten. Gegen beide weist Djokovic eine positive Bilanz auf. Der Serbe hat alle seine sieben Finals in Melbourne gewonnen und ist Rekordsieger des Turniers. Gewinnt er am Sonntag seinen 17. Grand-Slam-Titel löst er Rafael Nadal an der Spitze des ATP-Rankings wieder ab.