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Die VfB-Krisensaison: Zwei Manager, drei Trainer und ein Abstieg

Eine katastrophale Saison geht für den VfB Stuttgart mit dem grösstmöglichen Schaden zu Ende. Nach dem erneuten Abstieg in die 2. Liga bleibt die traurige Frage: Wie konnte es so weit kommen?
Ein Bild des Jammers: Der so hoffnungsvoll in die Saison gestartete VfB Stuttgart muss zum dritten Mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten (Bild: KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK)

Ein Bild des Jammers: Der so hoffnungsvoll in die Saison gestartete VfB Stuttgart muss zum dritten Mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten (Bild: KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK)

(sda/dpa)

Fast euphorisch startete der VfB Stuttgart im Sommer in die neue Saison. Nach dem siebten Platz im Vorjahr wollte sich der Verein in der Bundesliga weiter stabilisieren und in naher Zukunft Richtung oberes Tabellendrittel bewegen. «Wenn ich unser Kader heute sehe, ist klar: Der VfB Stuttgart wird mit dem Abstieg am Ende nichts zu tun haben – da lehne ich mich aus dem Fenster», tönte der damalige Sportchef Michael Reschke vor dem Saisonstart.

Doch es kam ganz anders: Die unglücklich zusammengestellte Mannschaft stand seit dem 16. Spieltag ununterbrochen auf dem Abstiegsrelegationsplatz, in den beiden Entscheidungsspielen gegen Union Berlin konnte sie den dritten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte nicht mehr verhindern.

7. Juli: Beim offiziellen Trainingsauftakt kann Sportvorstand Reschke bereits sechs von sieben Neuzugängen präsentieren. Darunter ist auch der vom VfL Wolfsburg zurückgekehrte Spielmacher Daniel Didavi. Wenige Tage später kommt noch das argentinische Sturmtalent Nicolas Gonzalez dazu. Unter den Fans herrscht fast Euphorie.

7. Oktober: Nachdem der Saisonstart mit nur einem Sieg aus sieben Spielen misslungen ist, muss der Erfolgstrainer der vorherigen Saison, Tayfun Korkut, nach dem 1:3 in Hannover gehen. Auch Reschke gerät in die Kritik, weil er Korkut nach dem Spiel erst das Vertrauen ausspricht, ihn am Tag danach aber beurlaubt. «Ein bisschen Flunkern gehört dazu», sagt Reschke und räumt damit eine Lüge ein. Die «Bild»-Zeitung druckt darauf ein Bild Reschkes mit einer Pinocchio-Nase ab.

9. Oktober: Markus Weinzierl wird neuer Trainer des VfB, er ist der 15. Chefcoach der Stuttgarter in nur zehn Jahren. Sein Auftakt ist verheerend: In den ersten drei Spielen unter Weinzierl schiesst der VfB kein Tor und holt keinen Punkt, dafür kassiert er elf Gegentreffer. Ausserdem gibt es immer mehr Diskussionen darüber, ob Reschke das Kader möglicherweise falsch zusammengestellt hat.

1. November Der Weltmeister von 1990, Guido Buchwald, kritisiert Sportvorstand Reschke öffentlich dafür, dass er im Sommer die Verträge von Korkut und dem häufig angeschlagenen Ex-Nationalspieler Holger Badstuber verlängert hat. Das Aufsichtsratsmitglied spricht sich zudem für eine breitere sportliche Kompetenz im Klub aus.

10. November: Nun kann Weinzierl jubeln, mit dem 2:0 beim 1. FC Nürnberg gelingt ihm der erste Sieg mit dem VfB.

4. Dezember Buchwald entschuldigt sich bei der Vereinsführung für die Kritik an Reschke und kann damit im Aufsichtsrat bleiben.

15. Dezember: Er kann es noch: Nach 682 Minuten ohne Tor führt Mario Gomez sein Team mit einem Doppelpack zum 2:1 gegen Hertha BSC. Der Sieg wird allerdings vom Tod des Vaters von Captain Christian Gentner überschattet.

22. Dezember Mit einem 1:3 gegen Schalke 04 beendet der VfB Stuttgart die Hinrunde auf dem Relegationsrang und gibt ihn nicht mehr ab. Es herrschen erhebliche Abstiegssorgen, die Bilanz mit nur 14 Punkten ist verheerend. Der 20-jährige Gonzalez wird zum Sinnbild der enttäuschenden Monate, als er nach einem schlimmen Fehlpass von Schalkes Torhüter Ralf Fährmann statt ins leere Tor den Pfosten trifft.

9. Januar: Der baldige Wechsel von Weltmeister Pavard zu Rekordmeister Bayern München wird verkündet. Der französische Verteidiger geht im Sommer für die festgeschriebene Ablöse von 35 Millionen Euro nach München.

17. Januar: Der VfB verpflichtet den Innenverteidiger Ozan Kabak vom türkischen Meister Galatasaray Istanbul. Mit einer Ablöse von rund elf Millionen Euro ist er der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Gemeinsam mit den ausgeliehenen Offensivspielern Alexander Esswein (Hertha BSC) und Steven Zuber (Hoffenheim) soll er neuen Schwung ins Spiel des Tabellen-Drittletzten bringen.

19. Januar: Trainer Weinzierl hatte vor dem Rückrundenauftakt von einem «Neustart» gesprochen, doch es geht weiter wie bisher: Gegen den Abstiegskonkurrenten Mainz gibt es eine 2:3-Heimniederlage.

04. Februar: Buchwald tritt aus dem VfB-Aufsichtsrat zurück und begründet das mit einem gestörten Vertrauensverhältnis zu seinen Kollegen inm Kontrollgremium.

10. Februar: Spätestens nach dem 0:3 in Düsseldorf und einem indiskutablen Auftritt der Mannschaft wird in der Öffentlichkeit über die Ablösung Weinzierls diskutiert.

12. Februar: Statt des Trainers muss der Sportchef gehen. Reschke werden das schlecht zusammengestellte Kader und der sportliche Misserfolg zum Verhängnis. Sein Nachfolger ist der bisherige Nachwuchschef und frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

7. April: Der Verein bestätigt, dass der millionenschwere Neuzugang Pablo Maffeo nach Disziplinlosigkeiten nicht mehr mit der Mannschaft trainieren darf. Der Rechtsverteidiger hatte bei Weinzierl schon seit Monaten keine Rolle mehr gespielt.

11. April: Inmitten des Abstiegskampfs landet der VfB einen personellen Coup: Sven Mislintat, der frühere Chefscout von Borussia Dortmund, wird Sportdirektor der Stuttgarter. Er soll das Kader in den kommenden Jahren wieder auf Vordermann bringen.

20. April: Nach dem 0:6 beim FC Augsburg ist Weinzierl nicht mehr zu halten. Nach nur vier Siegen und 16 Punkten aus 23 Spielen unter seiner Leitung trennt sich der VfB von ihm. Präsident Wolfgang Dietrich bezeichnet die Leistung in Augsburg als «eine Katastrophe». Stuttgarts bisheriger U19-Coach Nico Willig soll als Interimstrainer bis Saisonende den Abstieg verhindern.

27. April Willig startet mit einem 1:0-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach, der Verein schöpft nach dem engagierten und leidenschaftlichen Auftritt wieder Hoffnung im Abstiegskampf.

4. Mai Doch nach dem ernüchternden 1:3 bei Hertha BSC ist endgültig klar: Die Stuttgarter können sich maximal noch über die Relegationsspiele gegen den Tabellendritten der 2. Bundesliga vor dem Abstieg retten.

23. Mai: Im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten Union Berlin kommt der VfB trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 hinaus. Vor dem Rückspiel in Berlin steht das Willig-Team mit dem Rücken zur Wand.

27. Mai: Beim Auftritt im Stadion An der Alten Försterei tritt Stuttgart mutig auf und kann das 0:0 doch nicht verhindern. Am Ende gibt es Tränen und Ernüchterung bei Spielern und Fans.

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