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Die Schweiz vor dem Spiel in Irland in der EM-Qualifikation

Im wegweisenden dritten Spiel der EM-Qualifikation trifft die Schweiz heute (20.45 Uhr) auswärts auf Irland. In Dublin spielt die Schweiz auch gegen einen Trend an, der zuletzt eher abwärts zeigte.
Einschwören auf Irland: Das Schweizer Nationalteam steht in Dublin vor einem schwierigen Match (Bild: KEYSTONE/AP/PETER MORRISON)

Einschwören auf Irland: Das Schweizer Nationalteam steht in Dublin vor einem schwierigen Match (Bild: KEYSTONE/AP/PETER MORRISON)

(sda)

Auf den ersten Blick sieht die Tabelle für die Schweiz unfreundlich aus: 1. Irland, 10 Punkte. 3. Schweiz, 4 Punkte. Auf den zweiten Blick jedoch macht sich die Situation besser: Irland, 4 Spiele. Schweiz, 2 Spiele. Die Differenz in der Rangliste liegt in den beiden Spielen gegen Gibraltar, welche Irland im Frühjahr gewonnen hat. Die Schweiz spielt erst am Sonntag erstmals gegen den krassen Aussenseiter.

Dennoch ist die Ausgangslage für die Schweiz vor dem Spiel gegen Irland in Dublin heikel. Letztlich entscheidet in dieser Gruppe faktisch eine Mini-Poule mit je vier Spielen zwischen Schweizern, Dänen und Iren über die EM-Teilnahme. Nach dem Remis im März gegen Dänemark würde eine Niederlage die Schweiz in Bedrängnis bringen. Sie hätte dann aus zwei von vier Partien gegen Dänemark und Irland bloss einen Punkt geholt und stünde im Oktober vor den Partien in Kopenhagen und in Genf gegen Irland unter Druck. Mindestens vier Punkte müssten es dannzumal sein, um sich die realistische Chance zu wahren, einen der ersten zwei Plätze in der Gruppe D zu erreichen.

«Wir wollen nicht in eine schwierige Situation gelangen und so schnell wie möglich die Punkte holen, die uns Sicherheit geben, uns ohne Barrage für die EM zu qualifizieren», sagte Nationalcoach Vladimir Petkovic. Für ihn wäre ein Sieg in Irland ein «kleiner Schritt auf dem Weg zu einem grossen Ziel».

Deutschland wurde hier geschlagen

Einen Sieg wollen die Schweizer in Dublin also. Diese Zielsetzung ist für sie, den WM-Achtelfinalisten und Nations-League-Finalturnier-Teilnehmer, selbstverständlich. Irland ist der Aussenseiter. Gescheitert in der WM-Qualifikation, abgestiegen in die Division C in der Nations League, nur die Nummer 32 im FIFA-Ranking. Doch die Hürde in Dublin ist nicht zu unterschätzen. Was den Iren an fussballerischer Qualität fehlt, machen sie mit Kampf wett. Dänemark kam hier in der Nations League nicht zum Sieg, Deutschland ging in der Qualifikation zur EM 2016 als amtierender Weltmeister geschlagen vom Platz, und in derselben Ausscheidung gewann auch Polen hier nicht.

Eine heikle Ausgangslage in der Tabelle und ein unbequemer Gegner auf dem Rasen sind das Eine. Sie bilden aber nur einen Teil der durchaus nicht einfachen Situation rund um das Schweizer Nationalteam ab. Im Spätsommer 2019 ranken sich mehr Fragezeichen um die SFV-Auswahl als dem erfolgsverwöhnten Umfeld womöglich bewusst ist. Die ungeklärten Personalfragen um den nicht aufgebotenen Stephan Lichtsteiner und den freiwillig abwesenden Xherdan Shaqiri lösten Debatten aus, die auch intern geführt wurden.

Die Mannschaft strahlt nicht mehr die Solidität aus, die sie lange fast unantastbar erscheinen liess. Die Abgänge von Stützen wie Valon Behrami und Blerim Dzemaili, die Absenz von Stephan Lichtsteiner oder der Verzicht von Xherdan Shaqiri kosten die Auswahl einiges. In Zahlen zum Beispiel dies: die Erfahrung von 337 Länderspielen.

Die Hälfte der Spiele verloren

Im Prinzip liegt der Grossteil der Führungsverantwortung auf dem Platz auf den Schultern eines einzigen Spielers: Granit Xhaka. Das ist gefährlich und hat die Schweiz zuletzt um positive Resultate gebracht. Dass sie jeweils in den Schlussminuten gegen Dänemark ein 3:0 verspielt und gegen Portugal die beiden entscheidenden Tore kassiert hat, erscheint vor diesem Hintergrund nicht als Zufall. Oder ganz allgemein: Seit der WM 2018 hat die Schweiz fünf von zehn Spielen verloren.

Das Teamgefüge ist in gewisser Hinsicht heterogen geworden. Es gibt Granit Xhaka, Manuel Akanji oder Ricardo Rodriguez, die bei Grossklubs mit entsprechend grossem öffentlichem Druck seit mehreren Saisons unbestritten sind; es gibt aber auch einen Kevin Mbabu, der nach seinem Wechsel nach Wolfsburg in der Bundesliga noch keine Minute gespielt hat. Oder Breel Embolo, der in neuem Umfeld bei Borussia Mönchengladbach wieder Fuss fassen will. Oder Albian Ajeti, der die Saison beim FC Basel begonnen hat und dann zu West Ham United in die Premier League gezogen ist. Auch er sucht im Klub noch seinen Platz.

Petkovic vertraut darauf, dass die geschaffene kollektive Basis stärker ist als entstandene individuelle Lücken. «Wir haben unsere Philosophie auf einem Wir-Gefühl aufgebaut», sagte der Trainer. Das Aviva-Stadium in Dublin mit den lauten irischen Fans und der laufstarken Kämpfertruppe der Einheimischen ist eine gute Bühne, um den Beweis anzutreten, dass das Wir-Gefühl unabhängig einzelner Personalfragen ein tragfähiges Konstrukt darstellt.

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