Die Formel 1 steht unter besonderer Beobachtung

Beim verspäteten WM-Auftakt der Formel 1 erinnert wenig an die Zeit vor der Corona-Pandemie. Die Königsklasse des Motorsport steht unter besonderer Beobachtung. Fehler darf man sich keine erlauben.

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Leere Tribünen in Spielberg: Ferrari-Fahrer Charles Leclerc auf der Strecke

Leere Tribünen in Spielberg: Ferrari-Fahrer Charles Leclerc auf der Strecke

KEYSTONE/AP/Darko Bandic
(sda)

Vieles ist anders beim spätesten Saisonstart in der Geschichte der Formel 1. Dort, wo vor einem Jahr die Niederländer zu tausenden ihrem Liebling Max Verstappen bei dessen Sieg zujubelt haben, stehen die Tribünen nun leer; ebenso die Campingplätze rund um die Strecke. Die Polizei hat rund um die Rennstrecke im beschaulichen Spielberg alles hermetisch abgeriegelt.

Keine Zuschauer, keine VIPs, kaum Journalisten und ein vergleichsweise leeres Fahrerlager. Zutritt zum Renngelände in der Steiermark erhalten nur rund 3000 akkreditierte Personen. Und für diese gilt: Masken-Pflicht, Abstandregeln einhalten und regelmässige Corona-Tests.

Jeder Rennstall darf maximal 80 Mitarbeiter - dazu gehören auch die Fahrer - an die Rennstrecke mitbringen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, bleiben die Teams so gut es geht unter sich. Sie pendeln zwischen Rennstrecke und Hotels, Kontakt zur Aussenwelt gibt es nicht. Im Notfall wird ein Fahrer oder Mechaniker ausgetauscht.

Der Automobil-Weltverband FIA will nichts dem Zufall überlassen. Dafür hat er ein 74 Seiten starkes Sicherheits- und Hygienekonzept ausgearbeitet. Das Ziel ist klar: Die Formel 1 als Flaggschiff aus der Schieflage zu befreien. So soll die Saison, die eigentlich Mitte März in Melbourne hätte beginnen sollen, doch noch einen glimpflichen Verlauf nehmen.

Obwohl selbst ein positiver Corona-Fall im GP-Zirkus nicht zu einer Rennabsage führen dürfte, ist die Angst zumindest vor einem Imageschaden latent. Ein Desaster wie bei der von Novak Djokovic initiierten Adria Tour können und wollen sich die Verantwortlichen nicht leisten.

Zu viel steht auf dem Spiel. Vor allem für die kleineren Teams ist es ein Kampf ums Überleben. Mindestens 15 Rennen sind nötig, um die TV- und Sponsoren-Gelder weitgehend zu retten. Die beiden Renn-Wochenenden in Spielberg sollen dabei eine Art Musterveranstaltung für den Rest der Saison sein.

Das Experiment auf einer grünen Wiese, was im Fall von Spielberg wahrhaftig zutrifft, ist für die Formel 1 eine Fahrt auf Bewährung.