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Deutschlands Vorprogramm

Weltmeister Deutschland peilt auch in Russland das Maximum an. Die Vorrundengegner sind Mexiko, Schweden und Südkorea. Für die Schweiz ist das Geschehen in der Gruppe F von besonderem Interesse.
Bundestrainer Joachim Löw will mit seinem Team den WM-Titel verteidigen (Bild: KEYSTONE/AP/PETER MORRISON)

Bundestrainer Joachim Löw will mit seinem Team den WM-Titel verteidigen (Bild: KEYSTONE/AP/PETER MORRISON)

(sda)

Der regelmässige Achtelfinalist Mexiko, das starke schwedische Kollektiv und Südkoreaner, welche die Kritiker Lügen strafen wollen. Deutschlands Vorprogramm ist kein Selbstläufer, früh aufhalten lassen wird sich der Weltmeister in Russland aber kaum. Anders als in den vorangegangenen Jahren fallen bislang keine namhaften Spieler aus. Auch Goalie Manuel Neuer kehrte gerade noch rechtzeitig zurück und wird das Team als Captain anführen. Marc-André ter Stegen, der beim FC Barcelona eine glänzende Spielzeit absolvierte, stünde bereit, sollten bei Neuer Komplikationen auftreten. Marco Reus und Ilkay Gündogan, die in Brasilien wegen Verletzungen fehlten, sind weitere hochkarätige Optionen im vielleicht stärksten Mittelfeld aller WM-Teilnehmer.

Neben Brasilien wird der Weltmeister der Jahre 1954, 1974, 1990 und 2014 bei den Buchmachern als Favorit gehandelt. Der seit 2006 im Amt stehende Joachim Löw orchestriert die sanften Generationenwechsel in der DFB-Elf seit Jahren meisterhaft. Das Vertrauen in den einstigen Spielertrainer des FC Frauenfeld und Nachwuchscoach beim FC Winterthur ist uneingeschränkt. Sein Vertrag wurde vor kurzem vorzeitig bis 2022 verlängert, nachdem der Titelhalter ohne einen Verlustpunkt durch die Qualifikation marschiert war und bislang an sämtlichen grossen Turnieren unter ihm mindestens die Halbfinals erreicht hatte.

Ein schier unerschöpflicher Fundus

Das Gerüst bilden die Weltmeister von 2014. Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos, Sami Khedira, Mesut Özil und Thomas Müller gehören nach wie vor zu den Leistungsträgern der Mannschaft. Daneben haben sich verschiedene Akteure der hoch veranlagten jüngeren Generation im A-Team etabliert. Leipzigs Stürmer Timo Werner (22) und Bayerns Joshua Kimmich (23), der in die Fussstapfen von Philipp Lahm trat, tragen bereits viel Verantwortung.

"Wir können Historisches schaffen: Weltmeister, Confed-Cup-Sieger und noch einmal Weltmeister - das hat es noch nie gegeben", erklärte Löw im Vorbereitungscamp in Südtirol und verkündete "das Maximum" als Anspruch: "Das Ziel muss der Titel sein. Wir wollen in Russland wieder Geschichte schreiben."

Südkoreas Fussball in der Krise

Demgegenüber hat Südkorea in der Gruppe F den schwersten Stand. Nach Jahren des Aufschwungs stagnierten die Koreaner zuletzt. Die zehnte WM-Teilnahme in Folge war nach einer Reihe durchzogener Auftritte in Gefahr, erst am letzten Spieltag der Asien-Qualifikation konnten Trainer Shin Tae-Yong und Tottenhams Stürmerstar Son Heung-Min aufatmen.

Zuversichtlicher und mit breiter Brust blicken Mexiko und Schweden dem Dreikampf um den 2. Platz entgegen. Die seit zwei Jahren von Janne Andersson gecoachten Schweden rückten nach dem Rücktritt von Zlatan Ibrahimovic zusammen. Vorläufiger Höhepunkt des kompakt auftretenden Teams um Emil Forsberg war der Sieg im Playoff gegen Italien (1:0 und 0:0). "Wir sind ein absolutes Mentalitäts-Team. Wenn es uns läuft, können wir jeden schlagen", ist Forsberg überzeugt.

Mexiko gegen den Achtelfinal-Fluch

Favorit auf den 2. Platz ist Mexiko, das endlich seinen Achtelfinal-Fluch beenden will. An den letzten sechs Titelkämpfen überstanden die Nordamerikaner die Gruppenphase immer - genauso wie sie in den Achtelfinals scheiterten. Nach einer schwachen, beinahe verpassten Qualifikation vor vier Jahren etablierte sich Mexiko unter dem seit 2015 tätigen Trainer Juan Carlos Osorio wieder als klare Nummer 1 in der CONCACAF-Zone.

Erstmals überhaupt setzt sich das mexikanische WM-Kader aus mehr Legionären als in der heimischen Liga tätigen Akteuren zusammen. Der grosse Hoffnungsträger bleibt Rekordtorschütze Javier "Chicharito" Hernandez. Zum fünften und letzten Mal an einer WM dabei ist Altstar Rafael Marquez (39), der zuletzt vor allem abseits des Rasens Schlagzeilen schrieb. Der Name des ehemaligen Barça-Verteidigers tauchte vor einem Jahr im Dunstkreis eines mexikanischen Drogenkartells auf; die USA beschuldigen ihn, bei der Geldwäsche als Strohmann fungiert zu haben. Marquez bestreitet die Vorwürfe und kehrte nach einer Auszeit ins Nationalteam zurück. Der erstmalige Vorstoss unter die letzten acht seit der Heim-WM 1986 wäre ein schöner Abschluss für ihn, der Weg dahin führt aber wohl über Brasilien.

Schweiz - Deutschland im Achtelfinal?

Für die Schweiz ist die Gruppe F deshalb besonders interessant, weil sich die allfälligen Achtelfinal-Gegner darin befinden. Am wahrscheinlichsten ist ein K.o.-Duell mit Deutschland. Dazu kommt es, wenn der Titelverteidiger seiner Favoritenrolle gerecht wird und die Schweiz in der Gruppe E Platz 2 hinter Brasilien erreicht.

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