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Der Traum der Schweizer von einer WM-Medaille

An der WM in Doha beginnt für die Kunstturner die Qualifikationsphase für Olympia 2020 in Tokio. Die Europameister Pablo Brägger und Oliver Hegi gehören am Reck zu den Medaillenanwärtern.
Oliver Hegi am Reck an der EM in Glasgow, wo er die Goldmedaille gewann (Bild: KEYSTONE/AP/DARKO BANDIC)

Oliver Hegi am Reck an der EM in Glasgow, wo er die Goldmedaille gewann (Bild: KEYSTONE/AP/DARKO BANDIC)

(sda)

Ein unbeschriebenes Blatt sind die Schweizer Kunstturner in der internationalen Szene schon lange nicht mehr, wenn am Donnerstag die Titelkämpfe mit der Qualifikation ihren Auftakt nehmen. 2014 und 2015 erreichten die Schweizer an den Weltmeisterschaften den Team-Final, womit sie sich erstmals nach 24 Jahren wieder mit der Mannschaft für die Olympischen Spiele qualifizierten. Und an Europameisterschaften gewannen die Athleten des STV regelmässig Medaillen, wobei Pablo Brägger 2017 in Cluj-Napoca und Oliver Hegi Mitte August in Glasgow mit ihren EM-Titeln am Reck für Sternstunden sorgten.

Was dieser aussergewöhnlichen, von Nationaltrainer Bernhard Fluck seit 2009 geformten Generation noch fehlt, ist eine Medaille an weltweiten Titelkämpfen. 19 Jahre ist es her, seit Dieter Rehm am Sprung die letzte Schweizer WM-Medaille bei den Männern gewann. Der letzte Schweizer Weltmeister war Donghua Li 1995 im japanischen Sabae am Pauschenpferd, ein Jahr später doppelte der gebürtige Chinese mit Olympia-Gold in Atlanta nach.

Je zweimal qualifizierten sich Brägger und Hegi für einen Geräte-Final, den Sprung auf das WM-Podest verpassten sie bislang - auch wegen eigenen Missgeschicken. «Ein Final ist unberechenbar», sagt Brägger, «man muss das volle Potenzial abrufen können, braucht aber auch das Quäntchen Wettkampfglück.» Ein Fehler im letztjährigen Reck-Final in Montreal kostete dem 25-jährigen Ostschweizer die Medaille.

Auch der gleichaltrige Hegi brachte im Gegensatz zu kontinentalen Titelkämpfen seine beiden WM-Final-Übungen nicht auf den Punkt. 2015 und 2017 zerplatzte der Traum von Edelmetall am Reck nach Stürzen jeweils schnell. «Kampfrichter, Konkurrenz und Formstand» sind für den Aargauer die wesentlichen Faktoren, die am Tag X zusammenkommen müssen. Von einer Medaille als Zielsetzung will er deswegen nicht sprechen, die eigene Leistung steht im Vordergrund. «Aber den Reck-Final will ich schon erreichen.»

Trotz ihrem Palmarès ist ein Platz in den Top 8 für beide kein Selbstläufer, rund ein Dutzend Athleten macht sich am Königsgerät Hoffnungen auf eine Medaille. Auch deshalb legen die Schweizer den Fokus in der Qualifikation stets auch auf das Team und den Mehrkampf, den in Doha Brägger und Hegi bestreiten werden. Mit der Mannschaft wollen sie und ihre Kollegen an die Erfolge des letzten Olympia-Zyklus' mit der Bronzemedaille an der Heim-EM in Bern 2016 als Höhepunkt anknüpfen. Mit Platz 12 hat der Verband die Zielsetzung für den Team-Wettkampf vorsichtig formuliert. Für grosse Worte sind sie in Magglingen nicht bekannt - eher für grosse Taten.

Frauen: Platz 24 als Minimalziel

Für die Schweizer Frauen geht es in Abwesenheit der am Kreuzband verletzten Teamleaderin Giulia Steingruber in erster Linie um Schadensbegrenzung. Mindestens Platz 24 muss das Team von Fabien Martin in der Qualifikation am Sonntag erreichen, will der Traum von der Teilnahme mit dem Team an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio nicht bereits bei erster Gelegenheit platzen.

Als Ziel hat sich der Verband Rang 18 gesetzt, im Mehrkampf strebt Teamleaderin Ilaria Käslin die Qualifikation für den Final der Top 24 an. Die Qualifikation für den Final der besten acht am Schwebebalken dürfte für die EM-Fünfte von Glasgow ausser Reichweite liegen. Neben Steingruber fehlt in Katar auch Lynn Genhart, die sich Ende Juli eine Brustwirbelkörperfraktur zugezogen hat.

Biles' Rückkehr auf die grosse Bühne

Die Weltmeisterschaften in Doha stehen im Zeichen der Rückkehr von Simone Biles. Die 21-Jährige aus den USA bestreitet erstmals seit dem Gewinn ihrer vier Goldmedaillen an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wieder internationale Titelkämpfe.

Es ist der erste internationale Auftritt von Biles seit bekannt wurde, dass auch sie zu den Opfern von Larry Nassar gehörte. Der langjährige amerikanische Teamarzt hatte jahrzehntelang Turnerinnen sexuell missbraucht, unter ihnen auch die Mehrheit der amerikanischen Team-Olympiasiegerinnen von 2012 und 2016. Mehr als 250 Opfer haben seit Bekanntwerden des wohl grössten Skandals der US-Sportgeschichte 2016 Nassar beschuldigt. Dieser wurde inzwischen mehrfach zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

An den erstmals im Mittleren Osten ausgetragenen Titelkämpfen strebt die zehnfache Weltmeisterin Biles ihren vierten WM-Titel im Mehrkampf nach 2013, 2014 und 2015 an. An den nationalen Meisterschaften im August in Kansas City gewann sie mit mehr als drei Punkten Vorsprung vor Morgan Hurd, die 2017 an den Weltmeisterschaften in Montreal in Abwesenheit von Biles triumphiert hatte.

Uchimuras Verzicht auf den Mehrkampf

Während bei den Frauen fast alle Titel über die USA und ihre Teamleaderin Biles führen, versprechen die Titelkämpfe bei den Männern mehr Spannung. Den Mehrkampf nicht bestreiten wird Kohei Uchimura. Der 29-jährige Japaner, sechsfacher Weltmeister und zweifacher Olympiasieger im Mehrkampf, muss wegen einer Knöchelverletzung am Boden und am Sprung passen. Titelverteidiger im Mehrkampf ist der Chinese Xiao Ruoteng.

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