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Der Schachweltmeister Carlsen verärgert die Schach-Fans

Fabiano Caruana und Weltmeister Magnus Carlsen trennen sich in der 12. Partie der Schach-WM in London remis. Völlig überraschend bietet Carlsen mit Schwarz in besserer Stellung das Unentschieden an.
Magnus Carlsen hatte keine Lust, seinem Herausforderer auf den Zahn zu fühlen. (Bild: KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

Magnus Carlsen hatte keine Lust, seinem Herausforderer auf den Zahn zu fühlen. (Bild: KEYSTONE/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

(sda)

Der Norweger Carlsen verärgerte die Schach-Begeisterten weltweit. Er hatte in der letzten Partie mit klassischer Bedenkzeit mit Schwarz das Heft in der Hand und noch einiges mehr an Bedenkzeit übrig. Der Weg zum Sieg war zwar nicht vorgezeichnet, er hätte aber bei ungenauen Zügen des Amerikaners Caruana durchaus eintreten können. Carlsens Vorgehen lässt nur einen Schluss zu: Im Tiebreak sieht sich Weltmeister als klaren Favoriten, sonst hätte er das Remis mit dem Angebot nicht forciert.

«Ich war nicht in der Verfassung, den Punch zu finden. Ich bin mit dem Remis zufrieden», sagte Carlsen anschliessend. Caruana zeigte sich überrascht von der Punkteteilung: «Es war sehr schwer, er war sehr gut vorbereitet. Mit meiner Position hatte ich keine Chance zu gewinnen.»

Die Entscheidung um die Schach-Krone fällt nach einem Ruhetag am Mittwoch im Tiebreak ab 16 Uhr. Dann stehen vier Schnellschach-Partien mit einer Bedenkzeit von 25 Minuten plus 10 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug an. Falls danach kein Gewinner feststeht, folgen fünf Blitz-Mini-Matches mit fünf Minuten pro Spieler und drei Sekunden Zeitgutschrift pro Zug. Falls danach immer noch kein Sieger feststeht, folgt eine Armageddon-Partie, in der Schwarz mit einer Minute weniger auf der Uhr (4 Minuten) ein Remis zum Titelgewinn reicht. Der Gewinner der Auslosung darf die Farbe der Figuren auswählen.

2016 verteidigte Carlsen im Tiebreak seinen Titel gegen den Russen Sergej Karjakin mit 3:1 in den vier Schnellschachpartien erfolgreich. Nach dem Spiel vom Montag dürfte aber das Lager der Caruana-Fans grösser geworden sein. Und sollte der 27-jährige Carlsen gegen sein ein Jahr jüngeren Herausforderer tatsächlich verlieren, dürfte auch er sich über die das vorschnelle Remis vom Montag ärgern.

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