Kubalik vorne, Kubalik hinten, Kubalik überall: Fünfter Heimsieg in Folge für Ambri gegen Langnau

Ambri-Piotta reitet weiter auf einer Erfolgswelle. Nach dem Derbysieg am Freitag in Lugano festigt das Team von Trainer Luca Cereda mit einem 5:2-Heimerfolg gegen die SCL Tigers den 4. Platz.

Klaus Zaugg, Ambri
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Tessiner Jubel mit Michael Fora (rechts), der erstmals seit seiner Rückkehr aus Nordamerika für Ambri traf (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY)

Tessiner Jubel mit Michael Fora (rechts), der erstmals seit seiner Rückkehr aus Nordamerika für Ambri traf (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/SAMUEL GOLAY)

Wie kann es sein, dass die Langnauer Tigers nur 24 Stunden nach dem 3:0 gegen Zug in Ambri 2:5 verlieren? Weil Ambri-Piotta gross und Langnau gewöhnlich gespielt hat. Und weil Dominik Kubalik der beste Einzelspieler der Liga ist. Es waren zwei völlig unterschiedliche Partien.

Die Zuger hatten versucht, mit spielerischer Klasse, mit Technik undTempo die Differenz herauszuspielen – und blieben imperfekten Defensivsystem der Langnauer hängen. Ambri kombinierte gestern im Heimspiel Tempo mit Leidenschaft und zermürbte die Emmentaler mit intensivem, ungestümem Forechecking. Die gewaltige Kraftanstrengung zinste mit einer 4:1-Führung, und die sollte zumSieg reichen.

Symbolisch für diesen aufwühlenden Spektakel war eine Szene in der 44. Minute,die zwar zu keinem Tor führte, aber in ein paar Sekunden vor Augen führte, warum Ambri gewann. Langnaus Topskorer Harri Pesonen sank nach einem Zweikampf erschöpft aufs Eis, Dominik Kubalik schnappte sich denPuck und lief auf und davon. Weil Langnaus erschöpfter «Zauber-Finne» Ambris fliegenden Tschechen noch zurückhalten wollte, muss er für zwei Minuten auf die Strafbank. Dominik Kubalik ist der spektakulärste, schnellste, beste und wirkungsvollste Einzelspieler der Liga, und er zerriss Langnaus Abwehrnetz, das gegen die Zuger noch aus Drahtseilen zu sein schien, mit seinen Rushes wie ein Spinnennetz: Kubalik vorne, Kubalik hinten, Kubalik überall. Er kombinierte die Ouvertüre (das 1:0) und das Finale (2:0) dieses Hockey-Festspiels. Langnau seinerseits hatte keinen Leitwolf. Harri Pesonen war isoliert, und Chris DiDomenico, an einem guten Abend einer der dominantesten Stürmer der Liga, ist seit der Rückkehr vom Spengler-Cup wie ein Formel-1-Bolide ohne Sprit. Gegen Zug war er geschont worden, um zu Kräften zu kommen.Gestern kehrte er zurück und war nur ein Schatten seiner selbst. Wenn Chris DiDomenico nicht rasch wieder zu Kräften kommt, muss Langnau möglicherweise noch um die Playoffs zittern. Die Anhänger Ambris haben nun in 24 Stunden zweimal «La Montanara» gesungen – aber auch hier ist die letzte Playoff-Qualifikations-Messe noch nicht gelesen.

Ambri-Piotta - SCL Tigers 5:2 (2:1, 2:1, 1:0)

6308 Zuschauer. - SR Urban/Fonselius, Cattaneo/Wolf. - Tore: 11. (10:51) Kubalik (Zwerger) 1:0. 12. (11:30) Pesonen (Lardi) 1:1. 16. Fora (Zwerger/Ausschluss Neukom) 2:1. 29. Müller (Zwerger, Kubalik) 3:1. 30. Kostner (Kneubuehler, Bianchi) 4:1. 33. Gagnon (Lardi/Ausschluss Mazzolini) 4:2. 56. Kubalik 5:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 5mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Kubalik; Pesonen.

Ambri-Piotta: Manzato; Fischer, Guerra; Plastino, Ngoy; Fora, Jelovac, Dotti; Lauper, Goi, Mazzolini; Rohrbach, Kostner, Bianchi; Zwerger, Müller, Kubalik; Hofer, Novotny, Lerg; Kneubühler.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Lardi, Erni; Cadonau, Randegger; Kindschi; DiDomenico, Gagnon, Dostoinow; Kuonen, Johansson, Pesonen; Rüegsegger, Gustafsson, Neukom; Gerber, Pascal Berger, Nils Berger.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne D'Agostini (überzähliger Ausländer), Trisconi, Incir und Pinana, SCL Tigers ohne Punnenovs, Diem und Blaser (alle verletzt), Huguenin (krank) und Elo (überzähliger Ausländer).