Der Aussenseiter Thun ringt den Co-Leader nieder

Die Young Boys kassieren im Berner Derby beim FC Thun eine überraschende, aber verdiente Niederlage. Ridge Munsy sorgt für den Thuner 1:0-Sieg gegen den Co-Leader der Super League.

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Das Duell zwischen Ridge Munsy und Fabian Lustenberger entschied der Thuner Stürmer für sich

Das Duell zwischen Ridge Munsy und Fabian Lustenberger entschied der Thuner Stürmer für sich

KEYSTONE/PETER KLAUNZER
(sda)

Auch wenn keine Zuschauer im Stadion sind, fühlen sich die Young Boys in der Fremde offensichtlich nicht wohl. Die Berner Serie ohne Auswärtssieg ist um ein Spiel reicher und dauert nun bereits seit dem letzten November an. Ein Zufallsprodukt war dieser Rückschlag im Meisterrennen nicht, auch wenn das Gegentor unglücklich zustande kam. YB-Captain Fabian Lustenberger verschätzte sich beim weiten Pass von Hassane Bandé, liess den Ball über seinen Kopf fliegen und musste dann zusehen wie Ridge Munsy profitierte.

Die Thuner wurden belohnt für eine von Beginn weg sehr engagierte Leistung. Sie setzten den Favoriten mit Forechecking unter Druck und trauten sich in der Offensive einiges zu. Den Rückschlag im Abstiegskampf gegen Neuchâtel Xamax hatte Thun in den letzten paar Tagen gut verdaut. Er ging wie verwandelt in das zweite Spiel nach der Corona-Pause. Bis zum 1:0 waren es nur die Oberländer, die sich ernstzunehmende Chancen erspielten - durch Baldé und Munsy. Letztere hat in den vergangenen fünf Partien nun immer einmal getroffen.

Die Young Boys warfen vergeblich ihre ganze Offensivkraft in die Waagschale. Zunächst war der Sturm angeführt von Guillaume Hoarau., der enttäuschte und schon nach weniger als einer Stunde seinen Platz für Jean-Pierre Nsame räumen musste. Der Liga-Topskorer sass zunächst auf der Ersatzbank, weil er das Abschlusstraining am Vortag wegen eines «privaten Termins» verpasst hatte. Doch egal, wer es bei YB versuchte, die Thuner Defensive hatte Antworten parat. Und dies obwohl mit Bastian Stillhart eine Gelegenheits-Verteidiger im Zentrum zum Einsatz kam.

Selbst die YB-Viertelstunde, die zuletzt dem FC Zürich am Freitag zum Verhängnis geworden war, überstanden die Thuner, ohne übermässig zu zittern. Der eingewechselte Meschack Elia, der in der 76. Minute sein Duell mit Thuns Keeper Guillaume Faivre verlor, und Nsame mit einem Schuss übers Tor in der 90. Minute waren für die besten YB-Aktionen verantwortlich. Insgesamt wirkten die Stadtberner angesichts der Kampfbereitschaft der Thuner ein wenig hilflos. Sie schafften es nie erfolgreich dagegenzuhalten.

Der exzellente Stillhart war über den Sieg seiner Mannschaft nur halb erstaunt. «Wir wussten, dass etwas drinliegt, denn YB ist nicht mehr die Übermacht der Liga», sagte der Thuner gegenüber «Teleclub». Nun hofft er wie seine Teamkollegen auf den FC Basel. Dieser kann mit einem Sieg in Neuenburg am Mittwoch dafür sorgen, dass Thun nach dieser Runde wieder punktgleich mit dem Vorletzten Xamax ist. Die Niederlage im Abstiegskampf wäre definitiv vergessen.

Telegramm und Tabelle:

Thun - Young Boys 1:0 (0:0)

SR Bieri. - Tor: 64. Munsy (Bandé) 1:0.

Thun: Faivre; Glarner, Stillhart, Sutter (85. Rodrigues), Kablan; Fatkic; Hasler, Karlen; Castroman (71. Tosetti); Bandé, Munsy (71. Rapp).

Young Boys: Von Ballmoos; Lotomba, Lustenberger, Lefort, Garcia (77. Zesiger); Spielmann (57. Sulejmani), Aebischer, Martins (67. Gaudino), Moumi Ngamaleu; Hoarau (57. Nsame), Mambimbi (67. Elia).

Bemerkungen: Thun ohne Bertone, Havenaar (beide gesperrt) und Salanovic (verletzt). Young Boys ohne Fassnacht (gesperrt), Lauper, Janko und Petignat (beide verletzt). Verwarnungen: 2. Hoarau (Foul). 21. Stillhart (Foul). 56. Sutter (Foul). 78. Karlen (Foul). 93. Bandé (Foul).

Rangliste: 1. St. Gallen 24/48 (53:32). 2. Young Boys 25/48 (49:34). 3. Basel 24/40 (49:26). 4. Servette 24/38 (39:24). 5. Luzern 24/34 (27:31). 6. Zürich 24/32 (30:48). 7. Lugano 24/27 (25:28). 8. Sion 24/23 (29:43). 9. Neuchâtel Xamax FCS 24/22 (27:39). 10. Thun 25/22 (25:48).