Das ABC zur Darts-Weltmeisterschaft

Bulls Eye? Kennt fast jeder. Triple-20? Schon schwieriger. Doch was ist ein Leg und was bedeutet «Robin Hood»? Einige Begriffe, die man für den Final der Darts-WM an Neujahr gebrauchen kann.

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Ein bunter Vogel: Der Schotte Peter Wright ist van Gerwens Gegner im WM-Final
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Erste Frau, die an der WM ein Spiel gewann: die Engländerin Fallon Sherrock
Tradition an der Darts-WM im Londoner Alexandra Palace: Viele Fans erscheinen in Kostümen
Aktuell das Mass aller Dinge in der Darts-Elite: der Niederländer Michael van Gerwen

Ein bunter Vogel: Der Schotte Peter Wright ist van Gerwens Gegner im WM-Final

KEYSTONE/EPA/SD sam
(sda/dpa)

Chips, Bier, Fachsimpeleien: Das alles gehört nicht nur zum gemeinsamen Fussballvergnügen, sondern auch zur Darts-WM. Seit knapp drei Wochen läuft der Pfeile-Marathon in London, er hat auch in Mitteleuropa ein Millionenpublikum an die Fernsehschirme gezogen. Die Deutsche Presse-Agentur erklärt die Trend-Sportart zum Final zwischen Michael van Gerwen und Peter Wright an Neujahr (21.00 Uhr) mit einem ABC:

A - wie Alexandra Palace: Name der Halle im Londoner Norden. Bis zu 3000 Zuschauer finden Platz in dem Darts-Palast, der auch «Ally Pally» genannt wird.

B - wie Bulls Eye: Der kleine rote Kreis in der Mitte der Scheibe. Trifft ein Spieler dieses Feld, bekommt er 50 Punkte. Umrahmt wird das Bulls Eye vom Single Bull (grün, 25 Punkte).

C - wie Chase the Sun: Der Song, der im «Ally Pally» rauf und runter gespielt und von den Fans leidenschaftlich mitgegrölt wird. Die italienische Band Planet Funk veröffentlichte den Hit im Jahr 2000.

D - wie Double out: Die Spieler können einen Satz oder ein Leg - also ein einzelnes Spiel - nur mit einem Treffer in ein Doppel-Feld beenden.

E - wie Exhibition: Ein Einlagematch, das neben der Profitour absolviert wird. Vereine oder Kneipen können die Stars für eine Exhibition buchen. Der abgetretene Rekord-Weltmeister Phil Taylor tritt nur noch in Exhibitions an.

F - wie Finish: Eine Restpunktzahl, die mit einer Aufnahme (drei Pfeile) ausgemacht werden kann. Das höchste Finish im Darts-Sport ist 170 (Triple-20, Triple-20, Bulls Eye).

G - wie Gerwyn Price: Der frühere Rugby-Spieler aus Wales gehört mittlerweile zur Darts-Weltelite. Bei der WM verlor er trotz grosser Sprüche im Halbfinal gegen den Schotten Wright.

H - wie High Finish: Darunter versteht man ein Finish von über 100 Punkten, das mit maximal drei Darts ausgemacht werden kann.

I - wie International: Zwar wird der Sport von den Briten dominiert, doch mischen immer mehr andere Länder oben mit. Der Niederländer van Gerwen ist seit knapp sechs Jahren die Nummer eins.

J - wie Jahreswechsel: Das grösste Event der Darts-Szene steigt traditionell um den Jahreswechsel. An Neujahr wird so auch schon der Weltmeister des neuen Jahres gekürt.

K - wie Kostümierung: Für die Fans im Alexandra Palace ist neben dem Konsum von Unmengen an Bier vor allem eines üblich: die Verkleidung. Ex-Fussballer Steffen Freund präsentierte sich 2014 als Teletubby.

L - wie Leg: Um einen Set zu gewinnen, muss man drei Legs für sich entscheiden. Wer zuerst 501 Punkte auf null stellt, gewinnt ein Leg.

M - wie Max Hopp: Der 23 Jahre alte Idsteiner ist der beste deutsche Spieler und war 2020 schon bei seiner siebten WM dabei, schied in Runde drei aus.

N - wie No score: Wenn ein Spieler mehr Punkte wirft, als er noch benötigt, fällt er auf die Punktzahl vor seiner Aufnahme zurück.

O - wie Onehundredandeighty (180): Die beste Aufnahme, die einem Spieler gelingen kann: drei Treffer in das Triple-20-Feld.

P - wie Perfektes Spiel: Um 501 Punkte auszumachen, werden mindestens neun Pfeile benötigt. Der Neun-Darter gilt als «das perfekte Spiel». Es gibt 71 verschiedene Kombinationen, um von 501 auf 0 zu kommen. Dabei gilt in der Regel: achtmal ein Triple- und zum Auswerfen ein Doppel-Feld.

Q - wie Qualifikation: Neben der Weltrangliste gibt es viele weitere Chancen zur Qualifikation. Die beiden Frauen-Plätze werden über ein britisches und ein internationales Turnier vergeben.

R - wie Robin Hood: Die Bezeichnung für einen Pfeil, der nicht in der Scheibe, sondern in einem anderen, schon in der Scheibe steckenden Pfeil landet.

S - wie Set: Der Gewinn eines Satzes. Bei der WM müssen drei Legs gewonnen werden, um einen Set für sich zu entscheiden.

T - wie «The Power»: Spitzname von Phil Taylor, erfolgreichster Spieler der Darts-Historie. Der 59-jährige Engländer hat 16 WM-Titel gewonnen und ist nach der WM im Januar 2018 abgetreten.

U - wie Underground: Wichtigstes Transportmittel für Fans. Weil die Sessions oft bis Mitternacht dauern und die Arena weit ausserhalb des Stadtzentrums liegt, müssen Anhänger nachts allerdings statt mit der U-Bahn häufig per Taxi nach Hause fahren.

V - wie Van Gerwen: Michael van Gerwen ist derzeit der herausragende Spieler. Der Niederländer dominiert dauerhaft die Szene und ist an Neujahr genau sechs Jahre an der Spitze.

W - wie West Hall: Die Halle im Alexandra Palace, in der das Turnier stattfindet. Ein Umzug in die deutlich grössere Great Hall fand auch in diesem Jahr nicht statt.

X - wie X-beliebig: Darts gilt als Sport für Jedermann. Drei Pfeile und eine Scheibe - mehr braucht es nicht. In den vergangenen Jahren begannen immer mehr Hobbyspieler mit der Trend-Sportart.

Y - wie Youngster: Obwohl einige Top-Spieler weit über 40 sind, haben auch Youngster eine Chance. In diesem Jahr ist der 17 Jahre junge Ire Keane Barry dabei.

Z - wie Zahlen: Neben dem Umgang mit Pfeilen müssen die Profis vor allem den Umgang mit Zahlen beherrschen. Das schnelle Rechnen ist Voraussetzung beim Auswerfen von 501 Punkten.