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Comeback auf Sand geglückt: Roger Federer gewinnt in Madrid gegen Richard Gasquet souverän

Roger Federer bringt seine Rückkehr auf Sand beeindruckend hinter sich. Der Weltranglistendritte schlägt im Masters-1000-Turnier in Madrid den Franzosen Richard Gasquet 6:2, 6:3.
Simon Häring, Madrid
Roger Federer kehrte nach drei Jahren Absenz auf souveräne Weise auf die Sand-Unterlage zurück (Bild: Juanjo Martin / EPA, Madrid, 7. Mai 2019)

Roger Federer kehrte nach drei Jahren Absenz auf souveräne Weise auf die Sand-Unterlage zurück (Bild: Juanjo Martin / EPA, Madrid, 7. Mai 2019)

Als Roger Federer an diesem Abend den Platz betrat, hat er seit drei Jahren oder 1090 Tagen keine Partie mehr auf Sand bestritten. Und manch einer hatte sich schon die Frage gestellt, ob der Baselbieter überhaupt je wieder auf der Unterlage zaubern würde, auf der er einst seine ersten Bälle geschlagen hatte.

Sein Gegner für die Rückkehr war Richard Gasquet, der Franzose, 32-jährig, einst die Nummer 7 der Welt, wie Federer ein Stilist, der die Rückhand einhändig spielt. Einer, dessen Spiel immer ein Genuss ist – das jenem von Federer aber nur wenig entgegensetzen kann. Und so war es wie meist, seit 2005, als sich die beiden erstmals miteinander massen: Den einen oder anderen Glanzpunkt vermochte Gasquet zwar zu setzen, den Sieg aber trug Federer davon – zum 18. Mal im 20. Duell. Gleichwohl sagte Federer, er sei nervös geworden, als er zwei Stunden vor dem Spiel angefangen habe, nachzudenken. Denn seine zwei Erfolge gegen Federer hatte Gasquet jeweils auf Sand einfahren können.

Davon war er an diesem «speziellen Abend», wie es Federer formulierte, aber meilenweit entfernt. Der Schweizer führte schnell mit 3:0, gewann den ersten Satz in 23 Minuten und den Match in 52 Minuten mit 6:2, 6:3. Dass er seinem Widersacher derart überlegen war, eröffnete dem dreifachen Madrid-Sieger auch die Möglichkeit, sein gesamtes Repertoire durchzuexerzieren, ganz zur Freude der über 12000 Zuschauer.

Gasquet nicht auf Augenhöhe

Es war nicht so, dass Federer jeder Schlag nach Wunsch gelang. Mal setzt er eine Vorhand neben das Feld, mal blieb ein Stoppball an der Netzkante hängen. Für einen aufregenderen Abend fehlte ihm ein Gegner auf Augenhöhe. Richard Gasquet konnte nie verbergen, dass er letztmals vor fünf Monaten ein Turnier bestritten hatte. Anfang Jahr hatte sich der 32-Jährige an der Leiste operieren lassen. So wurde es nicht das erhoffte Spektakel zweier Stilisten, sondern nur ein Stück Kleinkunst von Federer.

Entsprechend nüchtern analysierte Federer seine Rückkehr. «Es war von meiner Seite ein gutes Spiel, aber Richard war sicher nicht auf der Höhe, darum darf ich diesen Sieg nicht überbewerten.»

Vor dem Turnier hatte Federer seine Vision für seine Turniere auf Sand skizziert. «Ich will es geniessen. Es soll nicht nur Krampf und Kampf sein.» Vor zehn Jahren feierte Federer in Madrid seinen zweiten und letzten Sieg gegen Rafael Nadal auf Sand. Er gewann danach auch zum ersten und einzigen Mal in Roland Garros. Als er danach gefragt wurde, ob er auch deshalb in Madrid spiele, um noch einmal auf Sand auf Nadal zu treffen, bejahte Federer. «Denn das würde bedeuten, dass ich hier den Final erreiche.»

Madrid ATP-Turnier (6,54 Mio. Euro/Sand). 1. Runde: Stan Wawrinka (SUI) s. Herbert (FRA) 6:2, 6:3. Fognini (ITA/10) s. Edmund (GBR) 6:4, 6:3. Pella (ARG) s. Medwedew (RUS/12) 6:2, 1:6, 6:3. Pouille (FRA) s. Coric (CRO/13) 6:3, 7:5. Schwartzman (ARG) s. Cecchinato (ITA/16) 6:0, 4:6, 6:1. Fucsovics (HUN) s. Goffin (BEL) 6:4, 7:5. 2. Runde: Roger Federer (SUI/4) s. Richard Gasquet (FRA) 6:2, 6:3. Djokovic (SRB/1) s. Fritz (USA) 6:4, 6:2. Cilic (CRO/9) s. Struff (GER) 4:6, 6:3, 6:4. Thiem (AUT/5) s. Opelka (USA) 6:7 (2:7), 6:3, 1:0 Aufgabe. WTA-Turnier (7,02 Mio. Dollar/Sand). 2. Runde: Belinda Bencic (SUI) s. Swetlana Kusnezowa (RUS) 7:6 (7:4), 2:6, 6:3. Osaka (JPN/1) s. Sorribes Tormo (ESP) 7:6 (7:5), 3:6, 6:0. Halep (ROU/3) s. Konta (GBR) 7:5, 6:1. Martic (CRO) s. Kerber (GER) w.o. (Knöchelverletzung). Koslowa (UKR) s. Pliskova (CZE/5) 7:5, 2:6, 6:4. – Bencic im Achtelfinal gegen Koslowa.

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