Cologna spielt in Seefeld seine stärkste Trumpfkarte aus

Der Fünfziger beschliesst traditionell die Titelkämpfe der Nordischen. Dario Cologna darf sich am Sonntag beim Skating-Rennen Chancen ausrechnen.

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Zeigte in den letzten Tagen aufsteigende Form: Dario Cologna (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Zeigte in den letzten Tagen aufsteigende Form: Dario Cologna (Bild: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

(sda)

Die Resultate in diesem Weltcup-Winter sprechen gegen Cologna. Es gibt nicht viel zu beschönigen, die Ergebnisse waren nicht befriedigend. Gleichwohl besteht ein Funken Hoffnung, denn an Titelkämpfen zählen auch die Tagesform, die Routine oder das Wettkampfglück samt Material.

Colognas Auftritt am vergangenen Samstag im Skiathlon schien zunächst den Eindruck der Saison zu bestätigen. Dem Bündner fehlte die Souplesse, er war chancenlos. Am Mittwoch über 15 km klassisch hingegen, wo sich der 32-Jährige kaum Chancen ausgerechnet hatte, lief er mit der bislang stärksten Leistung in diesem Winter bis auf 12 Sekunden ans Podest heran.

Die Parallele der zwei WM-Rennen: Cologna konnte beide Leistungen nicht schlüssig erklären. Allerdings betonte er stets, dass ihm harte Reize nochmals einen Schub verleihen sollten. Die Aufwärtstendenz innerhalb der Titelkämpfe beflügelt ihn bestimmt, zumal er vor den Weltmeisterschaften den Fünfziger als seine stärkste Trumpfkarte für Seefeld sah. Und sollte sich am Sonntag die Türe zum Podestplatz tatsächlich öffnen, dürfte er die Chance nutzen. Der Champion bewies schon zu Genüge, dass er in wichtigen Rennen zu reüssieren weiss.

Der Rennverlauf über die 50 km Skating mit Massenstart ist schwer abzuschätzen. Die Märzsonne wird die Loipe aufweichen, die Meteorologen sagen derzeit knapp zweistellige Plusgrade voraus. Die kräftezehrenden Verhältnisse benachteiligen Läufer, die einzig auf ihre Endschnelligkeit setzen. Sich im Windschatten mitziehen lassen und dann auf den letzten paar Kilometern den Turbo zünden, diese Taktik dürfte nicht funktionieren.

Die Buchmacher wollen sich nicht auf einen klaren Favoriten festlegen. Zur Gruppe der Sieganwärter zählen die Norweger mit dem Skiathlon-Weltmeister Sjur Röthe, mit Martin Johnsrud Sundby, der am Mittwoch im Sulzschnee gross auftrumpfte, oder mit Simen Hegstad Krüger, 2018 in Pyeongchang Olympiasieger im Skiathlon und über 15 km Zweiter hinter Cologna. Auch der Russe Sergej Ustjugow oder der Kanadier Alex Harvey wird stärker als der Schweizer eingestuft. Aber sonst? Der Traum von einer Medaille ist nicht abwegig.

Johaug zum Dritten

Beim Dreissiger der Frauen vom Samstag wird vor allem der Kampf um Silber und Bronze interessieren. Dass sich Therese Johaug ihre dritte Goldmedaille im dritten Einzelrennen entgehen lässt, davon geht eigentlich niemand aus. Ebba Andersson, Charlotte Kalla, die Norwegerinnen Astrid Uhrenholdt Jacobsen und Ingvild Flugstad Östberg, die Amerikanerin Jessica Diggins oder die Finnen Krista Pärmäkoski gelten als erste Anwärterinnen auf einen der zwei verbleibenden Podestplätze. Die Bernerin Nathalie von Siebenthal, vor Jahresfrist an den Spielen in Pyeongchang noch zweimal Sechste, kam diesen Winter nicht in Form.