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Chaoten sorgen für Spielabbruch in Lausanne

Lausanne steigt zwei Jahre nach der Rückkehr in die Super League wieder ab. Die Waadtländer sind nach der vorletzten Runde entscheidend abgehängt und verabschieden sich mit einem Spielabbruch.
Die Spieler von Lausanne mussten in die Kabine zurück, nachdem die Partie gegen Thun wegen Chaoten hatte abgebrochen werden müssen (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Die Spieler von Lausanne mussten in die Kabine zurück, nachdem die Partie gegen Thun wegen Chaoten hatte abgebrochen werden müssen (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

(sda)

Kurz vor Anbruch der letzten Viertelstunde im Heimspiel gegen Thun - die Lausanner lagen 0:2 zurück - stürmte eine Handvoll vermummter Chaoten auf das Spielfeld. Sie versuchten, Thuner Fans anzugreifen und verschafften sich Zugang zu den Katakomben. Es waren die letzten Szenen vom vorerst letzten Heimspiel der Lausanner in der Super League. Schiedsrichter Sandro Schärer entschied nach einem längeren Unterbruch, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei, und brach das Spiel ab.

Dass die paar Chaoten schon reichten, um das Sicherheitsdispositiv der Lausanner zu überfordern, ist erstaunlich, passte aber zur unrühmlichen Vorstellung der Mannschaft während der gut 70 Minuten vor dem Abbruch. Auf das grosse Aufbäumen warteten die Zuschauer in Lausanne vergeblich. Die von Alex Weaver betreute Mannschaft zeigte angesichts der prekären Lage eine verhaltene Vorstellung mit nur drei Torschüssen. Eine gewisse Resignation war schon früh auszumachen. Der Glaube, das fast Unmögliche noch möglich zu machen, war nicht zu erkennen.

Dem FC Thun reichte eine konzentrierte Leistung mit einigen gezielten Angriffen, um in Führung zu gehen. Dejan Sorgic und Marvin Spielmann trafen in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit und zerstörten die letzten Hoffnungen der Lausanner Anhänger. Diese quittierten die Darbietung ihrer Mannschaft mit Pfiffen. Es flog auch ein Feuerwerkskörper auf den Platz, bevor die Chaoten dem Ganzen ein vorzeitiges Ende bescherten.

Absturz in der Rückrunde

Viel ist in den letzten Wochen schief gelaufen bei Lausanne-Sport. In den letzten 16 Spielen holte Lausanne-Sport nur sieben von möglichen 48 Punkten. Auch der Trainerwechsel Mitte April brachte keine Besserung. Die Trennung von Fabio Celestini nach drei mehrheitlich erfolgreichen Jahren verpuffte ohne Wirkung. Dass Celestinis Nachfolger, der von der U21 gekommene Ilija Borenovic, für die Partie gegen Thun wegen fehlender Diplome seinen Posten Alex Weaver überlassen musste, passt zum Bild, das der Klub zuletzt abgab.

Dabei hätte es ab diesem Jahr nur noch aufwärts gehen sollen mit Lausanne-Sport. Mit Ineos übernahm ein milliardenschweres Unternehmen aus der Petrochemie das Kommando, investierte auch in neuer Spieler, etwa in Simone Rapp, den früheren Topskorer des FC Thun. Doch der Stürmer traf nach seinen neun Toren für die Berner Oberländer in der Hinrunde danach nur zweimal für Lausanne.

Die Neuzugänge - neben Rapp kamen auf Alexander Fransson und Enzo Zidane - wogen den bedeutsamen Weggang von Samuele Campo nach Basel nicht auf. Es war bezeichnend, dass gegen Thun Rapp verletzt fehlte, während Zidane und Fransson schon in der 60. Minute ausgewechselt wurden. Lausanne war als Fünfter und mit einer Reserve von acht Punkten auf den Abstiegsplatz in die Winterpause gegangen. Seither brachte die Mannschaft kaum mehr einen Fuss vor den anderen. Es fehlte sowohl an Klasse als auch am nötigen Kampfgeist.

Der zweite Abstieg auf sportlichem Weg der Lausanner wird Ineos nicht davon abhalten, weiter am Aufbau des Klubs zu arbeiten. An den nötigen Mitteln fehlt es den Briten, die einen ihrer zwei Hauptsitze im Waadtland haben, nicht. Der direkte Wiederaufstieg wird vehement angepeilt werden, auch weil auf die Saison 2019/2020 das neue, 12'000 Zuschauer fassende Stadion stehen soll.

Das Telegramm:

Lausanne-Sport - Thun 0:2 (0:0); in der 73. Minute abgebrochen

SR Schärer. - Tore: 49. Sorgic (Glarner) 0:1. 62. Spielmann (Tosetti) 0:2.

Lausanne: Castella; Loosli, Elton Monteiro, Rochat, Gétaz; Fransson (67. Pasche), Cabral, Zidane (60. Asllani); Zeqiri, Margiotta, Kololli (60. Tiago Escorza).

Thun: Faivre; Glarner, Gelmi, Sutter, Facchinetti; Tosetti, Karlen, Lauper, Da Silva; Spielmann, Sorgic (69. Hunziker).

Bemerkungen: Lausanne ohne Manière und Rapp (beide verletzt). Thun ohne Alessandrini, Bürgy, Costanzo, Kablan, Nikolic (alle verletzt), Joss (krank), Hediger und Huser (beide gesperrt). Verwarnungen: 26. Cabral (Foul).

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