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Cecchinato schafft Sensation gegen Djokovic

Der Sensationslauf des Italieners Marco Cecchinato am French Open geht nach einem 6:3, 7:6 (7:4), 1:6, 7:6 (13:11) gegen Novak Djokovic weiter. Im Halbfinal trifft er auf Dominic Thiem.
Marco Cecchinato kanns nicht glauben: Er erreicht am French Open die Halbfinals (Bild: KEYSTONE/EPA/YOAN VALAT)

Marco Cecchinato kanns nicht glauben: Er erreicht am French Open die Halbfinals (Bild: KEYSTONE/EPA/YOAN VALAT)

(sda)

Noch auf dem Platz fragte der 25-jährige Italiener, der bis vor zehn Tagen noch nie eine Partie an einem Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, den Interviewer Cédric Pioline ungläubig: "Bist du sicher, dass ich nicht träume?" Tut er nicht. Vielmehr schreibt er für die geschundene italienische Sportnation ein veritables Märchen. In 3:26 Stunden hatte die Nummer 72 der Welt den ehemaligen Branchenprimus, der zuletzt wieder aufsteigende Tendenz gezeigt hatte, niedergerungen.

Djokovic zeigte dabei aber auch, wie verwundbar er geworden ist, gerade in engen Situationen. Sowohl im zweiten wie im vierten Satz hatte der Serbe Satzbälle, letztlich war es aber der Sizilianer, der seinen vierten Matchball nutzte. Djokovic hat in diesem Jahr nur gerade vier von elf Tiebreaks für sich entschieden. Im Anschluss zeigte er sich sehr enttäuscht und liess offen, ob er die Rasensaison, die nächste Woche beginnt, bestreiten wird.

Ganz anders ist die Gefühlslage natürlich bei Marco Cecchinato. Er bootete nach Pablo Carreño Busta und David Goffin den dritten deutlich höher eingestuften Gegner aus und steht als schlechtestklassierter Spieler im Halbfinal von Roland Garros, seit der Ukrainer Andrej Medwedew 1999 den Final gegen Andre Agassi verlor. Vor allem aber hat seit Corrado Barazzutti 1978 kein Italiener mehr die Halbfinals eines Grand-Slam-Turniers erreicht.

Zverev körperlich geschwächt

In diesem Halbfinal ist Cecchinato natürlich erneut krasser Aussenseiter. Dominic Thiem steht zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten vier und will als zweiter Österreicher nach Thomas Muster (Sieger 1995) in den Final einziehen. Das Gipfeltreffen zwischen Thiem, dem einzigen Bezwinger von Rafael Nadal in den letzten 14 Monaten, und der Weltnummer 3 Alexander Zverev hielt nur eine halbe Stunde, was sie versprochen hatte.

Der 21-jährige Deutsche griff sich nach zuletzt drei Fünfsätzern in Folge bereits im dritten Game an den linken Oberschenkel. Er hielt dann trotzdem bis zum Break zum 3:4 mit und lieferte Thiem einige spektakuläre Ballwechsel. Dann konnte er sein körperliches Handicap aber nicht mehr kaschieren. Er liess sich Mitte des zweiten Satzes zwar noch behandeln, blieb beim 4:6, 2:6, 1:6 aber chancenlos.

Es ist ihm jedoch hoch anzurechnen, dass er in seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinal nicht frühzeitig das Handtuch warf, sondern bis zum Ende alles gab, was er hatte. Eine Untersuchung soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben, in einigen Tagen wird Zverev wissen, wie schlimm die Muskelverletzung ist - auch mit Blick auf die kommende Rasensaison.

Thiem fühlte mit seinem guten Kumpel Zverev mit. "Natürlich ist es wirklich hart für ihn", sagte er. Für ihn bietet sich aber nun die grosse Chance auf den ersten Grand-Slam-Final. 2016 (gegen Djokovic) und 2017 (gegen Nadal) hatte er jeweils im Halbfinal gegen den späteren Sieger verloren. Diesmal wartet ein kleineres Kaliber. Aber ein Mann, der Träume Wirklichkeit werden lässt.

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