Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Corinne Suter hätte wegen einer Blutvergiftung fast ihren Fuss verloren

Wegen einer Blutvergiftung hat Corinne Suter im Sommer fast ihren rechten Fuss verloren. Der Zwischenfall endete glimpflich. Noch besser: Er stellte sich als Glücksfall heraus.
Jonas Schneeberger (SDA), Lake Louise
Corinne Suter hatte Glück im Unglück (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)

Corinne Suter hatte Glück im Unglück (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)

Die Blutvergiftung, die sie im Sommer fast zwei Monate ausser Gefecht gesetzt hat, erwähnte Corinne Suter fast beiläufig und ganz am Ende des Gesprächs. «Ich bin fit und fühle mich bereit», sagte die Schwyzerin. Und fügte dann an: «Im Sommer hatte ich eine Blutvergiftung. Aber davon habe ich mich vollständig erholt.»

Eine Blutvergiftung? Es passierte im Trainingscamp im Südtirol. Um die Schmerzen eines Blutergusses unter dem Zehennagel zu lindern, durchstach sie den Nagel. Dabei kam es zur Infektion. Bis sie die Signale erkannte, hatte sich ein roter Streifen bereits bis zum Unterschenkel hochgezogen. Hätte sie dem Teamarzt Walter Frey nicht noch rechtzeitig Bilder zugeschickt, hätten die Folgen schwer sein können, bis hin zur Amputation des Fusses.

Frei im Kopf

Corinne Suter blickt auf anderthalb komplizierte Jahre als Skirennfahrerin zurück. Seit sie vor zwei Jahren in Lake Louise als Vierte in der Abfahrt zu den Besten aufgerückt ist, blieb der nächste Schritt aus. Eine mentale Blockade und Probleme bei der Abstimmung banden sie zurück. Ihrem Naturell entsprechend kam sie ins Grübeln. Sie habe sich «verkopft», pflegt sie zu sagen. So wirkte sie oft auch nach den Rennen im Zielraum: hadernd, zerknirscht, unzufrieden - nicht frei im Kopf. Die Resultate waren selten richtig schlecht, aber auch selten richtig gut. Meist reihte sie sich zwischen Platz 10 und 20 ein.

Dabei kann die Schwyzerin mehr, wie sie nun in den Trainings der Vorbereitung regelmässig wieder zeigte. Oft war sie die Schnellste im Schweizer Team. «Sie machte einen sehr guten Eindruck», berichten die Trainer. Selbst sagt sie: «Es ist tatsächlich gut gelaufen.»

Worauf ist die Steigerung trotz zweimonatiger Auszeit zurückzuführen? Dafür gibt es nebst dem vorhandenen Potenzial verschiedene Faktoren. Mitunter trägt die Arbeit mit ihrem Mentaltrainer Früchte. Martin Betschart, Buchautor und Experte für Selbstmotivation und Menschenkenntnis, brachte sie geistig zurück in die Spur. «Dank ihm konzentriere ich mich nur noch auf mich und nicht mehr auf die anderen. Das hilft und lenkt mich nicht ab», sagt sie.

Grösserer Schuh, grössere Ski

Ausserdem tat der Wechsel des Servicemanns gut, den ihr der abgetretene Cheftrainer Hans Flatscher Ende letzter Saison nahegelegt hatte. Und tatsächlich erwies sich das Glück bei der Blutvergiftung rückblickend als doppeltes Glück.

Ein (zu) enger Skischuh führte zum Bluterguss unter dem Nagel. Dass Suter daraufhin die Grösse wechselte, stellte sich als Glücksgriff heraus. «Ich merkte schnell, dass es um einiges besser geht.» Der Schuh funktionierte auch im Zusammenspiel mit dem grösseren Ski gut, auf den sie wechselte. «Sie muss jetzt nur noch die Leistungen vom Training im Rennen abrufen», sagt Trainer Roland Platzer, erfreut über die Entwicklung.

Rund zwei Monate musste Suter wegen der Vergiftung aussetzen, fast die Hälfte der 13-wöchigen Sportler-RS verpasste sie im Sommer. Dafür kehrte sie umso motivierter und ohne zu grosse Erwartungen zurück. «Rückblickend war die Geschichte gar nicht mal so schlecht», sagt Suter jetzt. In den Teamtrainings der letzten Wochen machte sie einen starken Eindruck, ebenso zeigte sich in den physischen Tests kein Rückstand. Nach anderthalb durchzogenen Saisons kann Suter nun wieder ihren ersten Podestplatz im Weltcup anpeilen. Bisheriges Bestergebnis ist der 4. Platz in der Abfahrt von Lake Louise vor zwei Jahren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.