Bayern München geht in Frankfurt unter - Leipzig mit Schützenfest

Bayern München kassiert bei der Eintracht Frankfurt die höchste Bundesliga-Niederlage seit über zehn Jahren. Der Meister erlebt ein 1:5-Debakel, zu dem Djibril Sow einen Treffer beiträgt.

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Djibril Sow schoss sein erstes Tor für Frankfurt (Bild: KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK)
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Viel Feuerwerk im Berliner Derby (Bild: KEYSTONE/EPA/HAYOUNG JEON)
Timo Werner brillierte mit sechs Skorerpunkten (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)
Marcus Thuram war der Matchwinner für Mönchengladbach (Bild: KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER)
Bayern Keeper Manuel Neuer musste sich fünfmal geschlagen geben (Bild: KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK)

Djibril Sow schoss sein erstes Tor für Frankfurt (Bild: KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK)

(sda)

Die 10. Runde der Bundesliga hatte einiges Ungewöhnliches zu bieten. Einzig schon eine Niederlage von Bayern München gegen die Eintracht Frankfurt hat Seltenheitswert. Mit Ausnahme des Sieges im Cupfinal 2018 mussten die Frankfurter in den letzten zehn Jahren gegen den Meister und Cupsieger fast immer unten durch. Umso süsser schmeckte der Triumph der Mannschaft von Adi Hütter am Samstagnachmittag - es war der erste der Frankfurter gegen das Münchner Ensemble in der Bundesliga seit März 2010. Damals war unter anderen der heutige YB-Sportchef Christoph Spycher am 2:1-Heimsieg beteiligt.

Für die Münchner nahm die Partie - die 500. von Thomas Müller im Bayern-Trikot - rasch einen schlechten Verlauf. Schon in der 9. Minute sah Jérôme Boateng für eine Notbremse die Rote Karte. Danach nahm das Unglück für die Gäste seinen logischen Lauf. Zu den Torschützen der Frankfurter gehörten Sow und der Ex-Basler David Abraham, der mit dem 3:1 kurz nach der Pause für die Vorentscheidung sorgte. Sow erzielte nach einer guten halben Stunde das 2:0 nach einer schönen Ballstafette mit einem kontrollierten Volley am weiten Pfosten.

Bayern München konnte nach Sows Treffer nur kurz auf einen besseren Ausgang hoffen: Robert Lewandowski verkürzte in der 37. Minute auf 1:2 und traf damit auch im 10. Bundesligaspiel in Folge. In der Schlussphase war es Goalie Manuel Neuer, der mit seinen Paraden grösseres Ungemach verhinderte. Nach dem Schlusspfiff sagte der Keeper seinen Mitspielern vor dem Spitzenspiel am nächsten Wochenende gegen Dortmund «unangenehme Tage» voraus. Besonders mühevoll dürften sie für den ohnehin angezählten Trainer Nico Kovac werden. Mit vier Toren Unterschied hatte Bayern letztmals im April 2009 verloren (gegen Wolfsburg).

Der Rückstand der Bayern auf den Leader Mönchengladbach wuchs auf vier Punkte an, weil die Borussen in Leverkusen mit 2:1 gewannen. Entscheidend war Neuzugang Marcus Thuram, der das 1:0 durch Oscar Wendt mustergültig vorbereitete und in 42. Minute zum Endstand traf. Auch Dortmund siegte und ist erster Verfolger von Mönchengladbach. Am 62. Geburtstag von Trainer Lucien Favre sorgten Thorgan Hazard, Raphaël Guerreiro und der früh für den angeschlagenen Marco Reus eingewechselte Mario Götze für den 3:0-Heimsieg gegen Wolfsburg.

Das lang ungeschlagene Wolfsburg kassierte damit innerhalb von wenigen Tagen die zweite Saisonniederlage. Mitte der Woche war es gegen Leipzig im Cup mit 1:6 untergegangen. Die Leipziger erhöhten das Skore am Samstag nochmals. Sie deklassierten daheim Mainz mit 8:0 und feierten damit den höchsten Sieg ihrer Vereinsgeschichte. Timo Werner erzielte drei Tore und war an drei anderen mit der Vorlage beteiligt.

In Berlin war es nicht ein Spieler, sondern der Anhang der ein Feuerwerk zündete. Das Derby zwischen Union und der Hertha musste in der zweiten Halbzeit für mehrere Minuten wegen Abfeuern von Pyro-Material, darunter auch Leuchtraketen, unterbrochen werden. Der von Urs Fischer trainierte Aufsteiger gewann dank einem Penaltytreffer von Sebastian Polter in der 87. Minute 1:0.

Resultate und Tabelle:

Union Berlin - Hertha Berlin 1:0 (0:0). - 22'012 Zuschauer. - Tor: 87. Polter (Foulpenalty) 1:0. - Bemerkungen: Die Partie musste wegen Anfeuern von Pyro-Material für fünf Minuten unterbrochen werden.

Leverkusen - Mönchengladbach 1:2 (1:2). - 30'210 Zuschauer. - Tore: 19. Wendt 0:1. 25. Volland 1:1. 42. Thuram 1:2. - Bemerkungen: Mönchengladbach mit Sommer, Elvedi (bis 69.) und Zakaria (ab 69.), ohne Embolo (verletzt). 96. Rote Karte gegen Bailey (Leverkusen).

Dortmund - Wolfsburg 3:0 (0:0). - 80'200 Zuschauer. - Tore: 52. Hazard 1:0. 58. Guerreiro 2:0. 88. Götze (Handspenalty) 3:0. - Bemerkungen: Dortmund mit Akanji und Hitz, ohne Bürki (Ersatz). Wolfsburg mit Steffen (ab 89.), ohne Mbabu (Ersatz) und Mehmedi (verletzt).

Eintracht Frankfurt - Bayern München 5:1 (2:1). - 51'500 Zuschauer. - Tore: 25. Kostic 1:0. 33. Sow 2:0. 37. Lewandowski 2:1. 49. Abraham 3:1. 61. Hinteregger 4:1. 85. Paciencia 5:1. - Bemerkungen: Eintracht Frankfurt mit Sow und Fernandes (bis 80.). 9. Rote Karte gegen Boateng (Bayern München).

Leipzig - Mainz 8:0 (5:0). - 38'517 Zuschauer. - Tore: 5. Sabitzer 1:0. 30. Werner 2:0. 35. Nkunku 3:0. 39. Halstenberg 4:0. 44. Poulsen 5:0. 48. Werner 6:0. 50. Mukiele 7:0. 87. Werner 8:0. - Bemerkungen: Leipzig ohne Mvogo (Ersatz). Mainz ohne Fernandes (Ersatz).

Bremen - Freiburg 2:2 (1:1). - 41'000 Zuschauer. - Tore: 9. Rashica 1:0. 28. Petersen 1:1. 59. Gebre Selassie 2:1. 93. Petersen 2:2. - Bemerkungen: Bremen ohne Lang (Ersatz). 87. Gelb-Rote Karte gegen Haberer (Freiburg).

Die weiteren Spiele der 10. Runde. Freitag: Hoffenheim - Paderborn 3:0. - Sonntag: Fortuna Düsseldorf - 1. FC Köln 15.30. Augsburg - Schalke 04 18.00.

1. Borussia Mönchengladbach 10/22 (21:10). 2. Borussia Dortmund 10/19 (23:11). 3. RB Leipzig 10/18 (25:10). 4. Bayern München 10/18 (25:16). 5. SC Freiburg 10/18 (19:12). 6. Eintracht Frankfurt 10/17 (21:15). 7. Wolfsburg 10/17 (11:8). 8. Hoffenheim 10/17 (14:13). 9. Schalke 04 9/15 (14:9). 10. Bayer Leverkusen 10/15 (15:15). 11. Hertha Berlin 10/11 (15:17). 12. Werder Bremen 10/11 (17:21). 13. Union Berlin 10/10 (10:15). 14. Mainz 05 10/9 (10:27). 15. Fortuna Düsseldorf 9/7 (10:16). 16. 1. FC Köln 9/7 (9:19). 17. Augsburg 9/7 (10:21). 18. Paderborn 10/4 (11:25).