2022 kehren die Frauen-Profis nach Frankreich zurück

Die Tour de France ist traditionell der Höhepunkt im Radkalender der Männer. Ab 2022 soll es endlich auch wieder eine Frankreich-Rundfahrt für die Frauen-Profis geben.

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Marlen Reusser würde sich über eine Teilnahme an der Tour de France 2022 der Frauen freuen.

Marlen Reusser würde sich über eine Teilnahme an der Tour de France 2022 der Frauen freuen.

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
(sda)

Die baldige Rückkehr der Tour de France der Frauen, die vor gut einem Jahrzehnt aus dem Kalender verschwand, sei ein «grosses Ereignis», sagt Marlen Reusser. Die 28-jährige Bernerin, eine Späteinsteigerin in den Radsport, weiss um die Bekanntheit der Tour de France in der breiten Öffentlichkeit: «Im Frauen-Radsport haben wir mit dem Giro d'Italia zwar einen grossen Event, der bei uns den gleichen Status hat wie die Tour bei den Männern. Doch das nehmen in unseren Breitengraden und gerade auch in der Schweiz nur ganz wenige wahr. Hingegen ist die Tour de France ein bekanntes Label, das mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.»

Reusser betont zudem, dass das Niveau auch bei den Frauen hoch ist. Die Rennen sind jeweils hart umkämpft. Deshalb findet sie es «cool, wenn es eine zweite grosse Rundfahrt gibt. Zwar ist sie kleiner und kürzer als bei den Männern, aber es ist trotzdem eine super Sache.» Die künftige Tour der Frauen soll rund eine Woche dauern und im Nachgang der Männer-Rundfahrt durchgeführt werden.

Mit dem 31. Giro d'Italia Femminile, abgekürzt Giro Rosa, befindet sich das Aushängeschild des Frauen-Radsports wie die Grande Boucle der Männer ebenfalls gerade in der entscheidenden Phase. Mit Reusser und Elise Chabbey sind bei der neuntägigen Rundfahrt auch die zwei stärksten Schweizer Fahrerinnen mit von der Partie. Während der Bernerin in der Schweizer Equipe Paule Ka ganz klar eine Rolle als Helferin zukommt, hat sich die Genferin Chabbey in den Top 10 der Gesamtwertung etabliert. «Elise ist wirklich super stark», sagt Reusser.

Generell laufe es «unserem Team in diesem Giro Rosa hervorragend. Dank der Britin Elizabeth Banks konnten wir sogar eine Etappe gewinnen.» Für Reusser geht es auch darum, bei ihrer ersten Giro-Teilnahme möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Ob sie in Zukunft in einer Rundfahrt, vielleicht eben der bald wieder erweckten Tour de France der Frauen, auf das Gesamtklassement zu fahren gedenke? «Wer weiss, da passiert in den kommenden Jahren vielleicht noch etwas», so Reusser, die erst seit Sommer 2017 Rennen bestreitet.