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Zwei weitere Bartgeier tappen in der Zentralschweiz in die Freiheit

Sie sind Bartgeier Nummer acht und neun: Die drei Monate alten Vögel Finja und Fredueli wurden am Sonntag im Kanton Obwalden ausgewildert. Sie können noch nicht fliegen, sollen aber dereinst für den Bestand ihrer Art im Alpenraum sorgen.
Die beiden Bartgeier Fredueli (links) und Finja werden im Wildtierschutzgebiet Huetstock bei der Melchsee-Frutt ausgewildert (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Die beiden Bartgeier Fredueli (links) und Finja werden im Wildtierschutzgebiet Huetstock bei der Melchsee-Frutt ausgewildert (Bild: Alexandra Wey / Keystone)

Bereits zum vierten Mal seit 2015 wurden im Melchtal Bartgeier ausgesetzt. Fünf Weibchen und vier Männchen sind es bisher, zwei von ihnen verunglückten tödlich: Ein Junggeier wurde kurz nach seiner Auswilderung von einer Windböe aus einer Felswand geweht, Bartgeier Alois fiel im Januar vermutlich einer Kollision mit einem Transportkabel zum Opfer.

Finja und Fredueli - sie stammen aus spanischer Zucht, ihre Namen haben Sponsoren ausgesucht - wurden gegen 14 Uhr mit einem GPS-Sender versehen und in eine zwanzig Meter breite Nische unter einem Felsvorsprung gesetzt. Diese befindet sich auf rund 2000 Meter über Meer im eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock. Rund 300 Personen beobachteten die Auswilderung.

Während des Sommers gewöhnen sich die noch unerfahrenen Tiere an das Leben in freier Wildbahn. Sie werden von einem Expertenteam überwacht. Zwar sind die Vögel fast ausgewachsen, können aber noch nicht fliegen. Erste kurze Flüge werden sie in den nächsten Wochen unternehmen.

Als Lämmerdieb verrufen

Ihre noch lebenden Vorgänger streifen meist im Wallis und im Grenzgebiet der französischen und italienischen Alpen umher. Es wird erwartet, dass einige dieser Tiere in die Zentralschweiz zurückkehren, sobald sie mit fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif werden.

Während in den Kantonen Graubünden und Wallis die wildlebende Population langsam anwächst, sind in der Zentralschweiz Bartgeier bisher nur selten anzutreffen. Doch auch hier findet diese Art gute Lebensbedingungen.

Der Bartgeier, ein Aasfresser, war früher als Lämmerdieb verrufen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er in den Alpen ausgerottet. 1986 wurde ein Wiederansiedlungsprojekt in Österreich gestartet, 1991 eines in der Schweiz.

Rund 250 Tiere

Seit 1986 wurden insgesamt 216 junge Bartgeier erfolgreich im Alpenraum ausgewildert, über 40 davon in der Schweiz. Der Gesamtbestand im Alpenraum wird auf rund 250 Tiere geschätzt. Die aktuellen Auswilderungen haben das Ziel, die genetische Vielfalt zu vergrössern und Inzuchtproblemen vorzubeugen.

In der Schweiz herrschen laut der Stiftung Pro Bartgeier besonders gute Voraussetzungen für eine Auswilderung. Die Wildtierbestände seien in den Schweizer Alpen hoch, sodass Bartgeier, die sich von Knochen verendeter Tiere ernährten, ausreichend Futter fänden. Zudem würden die Bartgeier in der Schweiz nicht illegal gejagt oder mit Giftködern getötet.

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