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Zwei Kandidaten bewerben sich für Genfer FDP-Präsidium

Nach dem Rücktritt von Alexandre de Senarclens als Präsident der Genfer FDP im Zuge der Affäre Maudet wollen zwei Kandidaten seine Nachfolge antreten. Die Generalversammlung hat am 7. März die Wahl zwischen zwischen Natacha Buffet-Desfayes und Bertrand Reich.
Die Genfer FDP ist wegen der Affäre um Staatsrat Pierre Maudet tief gespalten. Der neue Präsident muss im Wahljahr dafür sorgen, dass sich die Reihen wieder schliessen. (Bild: Keystone/MARTIAL TREZZINI)

Die Genfer FDP ist wegen der Affäre um Staatsrat Pierre Maudet tief gespalten. Der neue Präsident muss im Wahljahr dafür sorgen, dass sich die Reihen wieder schliessen. (Bild: Keystone/MARTIAL TREZZINI)

(sda)

Bis zum Ablauf der Frist am Donnerstagmittag seien keine weiteren Kandidaturen eingegangen, teilte die FDP Genf mit. Der neue Präsident der grössten Genfer Partei wird vor der schwierigen Aufgabe stehen, die tief gespaltene Partei im Wahljahr wieder zusammenzuschweissen.

Die 36-jährige Buffet-Desfayes ist stellvertretende Grossrätin und Mitglied des Genfer Stadtrats (Stadtparlament). Die Lehrerin wird zu den Unterstützerinnen von Staatsrat Maudet gezählt.

Der 56-jährige Bertrand Reich ist Rechtsanwalt und war früher Stadtrat von Grand-Saconnex. In der Affäre Maudet hatte er nie öffentlich Stellung bezogen. «Ich gehöre zu denjenigen in der Partei, die vorwärts schauen wollen», sagte er bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur Ende Januar.

Niederlage für Vorstand

De Senarclens nahm Mitte Januar den Hut, nachdem der Vorstand in einem Votum der Basis zugunsten von Pierre Maudet desavouiert worden war. Der Vorstand hatte den Staatsrat zuvor zum Rücktritt aufgefordert.

Der Präsident machte sein politisches Schicksal vom Ausgang der ausserordentlichen Generalversammlung abhängig. Das Resultat für Maudet war äussert knapp: Bei 341 Ja-Stimmen gab es 312 Nein-Stimmen und 56 Enthaltungen.

Der FDP-Politiker ist seit Monaten unter Druck aufgrund eines Verfahrens wegen Vorteilsnahme im Zusammenhang einer Reise nach Abu Dhabi. Das Vertrauen der Parteiführung auf kantonaler und nationaler Ebene hat der einstige Hoffnungsträger des Freisinns verspielt. Ein Rücktritt kommt für den Staatsrat nicht in Frage und ein Amtsenthebungsverfahren gibt es im Kanton Genf nicht.

Der Ex-Regierungspräsident ist von seinen Kollegen in der Exekutive weitgehend entmachtet worden. Der ehemalige Sicherheitsdirektor ist nur noch für die Wirtschaftsförderung zuständig.

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