Zürich kritisiert Betrieb im Bundesasylzentrum

Die Stadt Zürich kritisiert das harsche Regime im neu eröffneten Bundesasylzentrum auf dem Duttweilerareal. Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) hat persönlich beim Staatssekretariat für Migration (Sem) interveniert.

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Das Bundesasylzentrum an der Ecke Pfingstweidstrasse/Duttweilerstrasse in Zürich ist am 1. November vom Staatssekretariat für Migration (Sem) eröffnet worden. Nun gibt es bereits Kritik im Zürcher Stadtparlament und vom Stadtrat am rigiden Regime. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Das Bundesasylzentrum an der Ecke Pfingstweidstrasse/Duttweilerstrasse in Zürich ist am 1. November vom Staatssekretariat für Migration (Sem) eröffnet worden. Nun gibt es bereits Kritik im Zürcher Stadtparlament und vom Stadtrat am rigiden Regime. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

«Der aktuelle Zustand muss so schnell wie möglich verbessert weden», sagte Golta am Mittwochabend im Zürcher Stadtparlament. Er könne nicht beurteilen, ob es Anfangsschwierigkeiten oder grundsätzliche Unterschiede in der Auffassung über die Führung des Zentrums seien.

Klar sei, dass der Betrieb seit dem Start am 1. November «nicht gut gelaufen ist». Am meisten Probleme gebe es mit dem Sicherheitsregime. Darüber herrsche grosser Unmut, sagte Golta weiter. Er hoffe auf ein pragmatisches Vorgehen, wie es sich davor in diversen Zürcher Einrichtungen bewährt habe.

Zudem gebe es Probleme bei der Regulierung der Heizung, die Möblierung sei sehr knausrig, sagte Golta. Ähnlich argumentierte die Alternative Liste (AL) in einer Fraktionserklärung.

Die AL hat nach eigenen Angaben einen Augenschein genommen im Bundesasylzentrum. Die Geflüchteten werden laut AL «wie Diebe behandelt und drangsaliert». Ein derartiges Bundesasylzentrum habe in Zürich keinen Platz, sagte ihr Sprecher am Mittwoch im Stadtparlament. Zu einem derartigen Zentrum hätte das Zürcher Stimmvolk 2017 niemals Ja gesagt.

In das Bundesasylzentrum auf dem Zürcher Duttweilerareal zogen als erste Bewohnerinnen und Bewohner Asylsuchende ein, die bisher in der Halle 9 in Oerlikon untergebracht waren.