Weniger Filme, aber mehr Eintritte und Einnahmen

Das Kinosterben geht weiter: 2019 gab es in der Schweiz sieben Kinos weniger als 2018. Besonders stark betroffen ist der Kanton Bern. Doch trotz insgesamt fünf Sälen weniger stiegen die Anzahl Eintritte und die Höhe der Einnahmen nach dem Flautejahr 2018 wieder an.

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Nach dem Flautejahr 2018 sind letztes Jahr wieder leicht mehr Schweizer ins Kino gegangen.

Nach dem Flautejahr 2018 sind letztes Jahr wieder leicht mehr Schweizer ins Kino gegangen.

Keystone/KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI
(sda)

Es war das nominell schlechteste Kinojahr gewesen seit Beginn der Statistik 1980. Letztes Jahr nun nahmen die Eintritte um 6,5 Prozent zu, von 11,74 auf 12,5 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Für Schweizer Filme wurden 840'000 Billetts gelöst, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Eintritte für US-Filme nahmen um 5,7 Prozent auf 8,3 Millionen zu.

Dabei waren die Vereinigten Staaten das einzige Herkunftsland, welches letztes Jahr mehr Titel im Angebot hatte als jedes andere: 557 gegenüber 505 im Jahr davor. Schweizer Filme standen 316 auf dem Programm, 14 weniger als 2018. Insgesamt standen 2067 Filme zur Auswahl.

Ein Viertel US-Filme sahnen zwei Drittel ab

US-Titel liefen allerdings deutlich häufiger und waren besser besucht: Obwohl ihre Anzahl nur 27 Prozent des Angebots ausmachten, fielen 61 Prozent der Vorführungen und 67 Prozent der Eintritte auf Filme aus den USA.

Die grösste Varietät verzeichneten Filme aus der EU, die mit 915 Titeln 44 Prozent des Angebots stellten. Von den Vorführungen belegten sie aber nur 29 Prozent und nur 23 Prozent der Tickets wurden für sie gelöst.

Der Rückgang der Anzahl Kinos ging hauptsächlich auf das Konto des Kantons Bern, in dem 2019 sechs Kinos weniger gelistet waren als im Jahr davor. Nirgendwo sonst ging die Zahl an Lichtspielhäusern annähernd stark zurück: Graubünden verzeichnete zwei, Zürich, St. Gallen und Genf je ein Kino weniger. Dafür legten Luzern, Glarus, Baselland und Aargau um je ein Kino zu.

Die Romands gehen am liebsten ins Kino

Die Eintritte stiegen von 11,74 Millionen auf 12,5 Millionen, die Einnahmen von 178,7 auf 193,3 Millionen Franken. Der Eintrittspreis wurde um durchschnittlich 30 Rappen auf 15 Franken 50 erhöht.

Doch auch der Anteil von Kinogängern an der Gesamtbevölkerung nahm leicht zu: Jeder Einwohner ging letztes Jahr im Schnitt 1,5 Mal ins Kino, im Jahr davor waren es 1,4 Mal gewesen.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Landesteilen: Die Romands gehen am häufigsten ins Kino - jeder im Schnitt 1,9 Mal im 2019 - die Tessiner am seltensten - 0,9 Mal pro Einwohner und Jahr.