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Vom Safe auf die Bühne: Festival Strings Luzern erhalten Stradivari

Wenn die Festival Strings spielen, klingt künftig eine zweite Stradivari-Violine mit. Das Luzerner Orchester erhält von einer Stiftung das rund 340-jährige Instrument zur Verfügung gestellt. Die neue alte Geige wechselte den Besitzer für vergleichsweise wenig Geld.
Leistet ihrer Herkunftsgenossin im Orchester künftig Gesellschaft: Die zusätzliche Stradivari-Violine der Festival Strings Luzern. (Bild: David Kunz/Keystone-SDA)Leistet ihrer Herkunftsgenossin im Orchester künftig Gesellschaft: Die zusätzliche Stradivari-Violine der Festival Strings Luzern. (Bild: David Kunz/Keystone-SDA)
Qual der Wahl: Daniel Dodds, Leiter der Festival Strings, spielt auf der zweiten Stradivari-Geige, die seinem Orchester neu zur Verfügung steht. (Bild: David Kunz/Keystone-SDA)Qual der Wahl: Daniel Dodds, Leiter der Festival Strings, spielt auf der zweiten Stradivari-Geige, die seinem Orchester neu zur Verfügung steht. (Bild: David Kunz/Keystone-SDA)
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Vom Safe auf die Bühne: Festival Strings Luzern erhalten Stradivari

(sda)

Vor dem Jahre 1680 hatte Antonio Stradivari die sogenannte «Sellière» gebaut, die Daniel Dodds, künstlerischer Leiter der Festival Strings Luzern, am Dienstag vor den Medien präsentierte. Die letzten Jahrzehnte verbrachte die Geige in einem Schweizer Banksafe. Nun soll der Klang dieses «historisch bedeutungsvollen Instruments» wieder öffentlich zu hören sein.

Es ist die zweite Violine aus dem Hause Stradivari, die dem Orchester zur Verfügung steht. Die beiden Geigen werden sich einen grossen Konkurrenzkampf liefern, sagte Dodds, der vor zwei Wochen erstmals auf dem Instrument spielte. Er stehe am Anfang eines Kennenlernprozesses, die Sellière sei einfach zum Tönen zu bringen, habe einen klaren, kräftigen und edlen Klang.

Das Instrument erweitere die Klangmöglichkeiten des Orchesters, sagte Orchesterdirektor Hans-Christoph Mauruschat. «Wir sind jetzt sehr luxuriös ausgestattet, wahrscheinlich eines der am besten ausgestatteten europäischen Kammerorchester.»

Kreis schliesst sich

Die Geige war über hundert Jahre lang Teil einer Instrumentensammlung der österreichischen Industriellenfamilie Hämmerle, die nach Argentinien ausgewandert ist. Die Nachkommen des 1930 verstorbenen Kunstmäzens Theodor Hämmerle lösten die Sammlung auf. Die Stradivari boten sie dem Orchester exklusiv an.

Gekauft hat sie am Ende die Stiftung Monika Widmer, die das Instrument den Festival Strings zur Verfügung stellt. Der Preis bewege sich im tiefen einstelligen Millionenbereich und damit tiefer, als wenn sie dem Markt ausgesetzt gewesen wäre, sagte Hans Züsli, Präsident der Stiftung Monika Widmer.

Mit ein Grund für das exklusive Angebot war, dass auch die zweite Stradivari einen Bezug zum Gründer des Orchesters hat: Der Letzte, der sie öffentlich spielte, war Wolfgang Schneiderhan, seines Zeichens Festival-Strings-Mitbegründer. 1979 gab er das Instrument zurück an die Besitzer. Das ermögliche dem Orchester eine Beschäftigung mit der eigenen Identität, sagte Mauruschat.

Seit der Gründung des Orchesters 1956 wissen die Festival Strings bereits eine Stradivari in ihren Reihen. Dazu kommen Instrumente von Andrea Guarneri (1680), Nicola Amati (1675) und Nicolò Gagliano (1737).

Noch rund 600 Instrumente

Laut Geigenbauer Johannes G. Leuthold ist der jüngste Neuzugang der Festival Strings in einem aussergewöhnlich guten Zustand. Die Geschichte des Instruments ist bewegt, so war es 1780 am spanischen Königshaus und später in Mailand, Paris, London, Antwerpen und Wien.

Erstmals wieder öffentlich erklingen wird die Geige am 5. März im Wiener Konzerthaus und am 7. März im KKL Luzern. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Streichsextett von Richard Strauss und die Sinfonia Concertante von Wolfgang Amadé Mozart, die bereits Schneiderhan gespielt hatte.

Heute sind schätzungsweise 620 Geigen des berühmten Geigenbauers Antonio Stradivari erhalten. Davon wird rund die Hälfte noch gespielt.

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