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Veranstalter sagt Konzert von Kollegah und Farid Bang ab

Der Kulturverein "Alba" sagt den Auftritt der umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang in Schaffhausen vom 5. Mai ab: Den Entscheid fällte er nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern sowie aus Sicherheitsüberlegungen.
Kollegah (l) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Nach dem Antisemitismus-Skandal sind die beiden Rapper nun in Schaffhausen unerwünscht. (Bild: Keystone/DPA/Joerg Carstensen)

Kollegah (l) und Farid Bang singen bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Nach dem Antisemitismus-Skandal sind die beiden Rapper nun in Schaffhausen unerwünscht. (Bild: Keystone/DPA/Joerg Carstensen)

(sda)

Der Kulturverein "Alba" sagt den Auftritt der umstrittenen deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang in Schaffhausen vom 5. Mai ab: Den Entscheid fällte er nach intensiven Gesprächen mit Behörden und Festivalpartnern sowie aus Sicherheitsüberlegungen.

Der Auftritt der beiden Musiker am "Albanian Festival" hatte in den vergangenen Tagen wegen deren antisemitischer und frauenfeindlicher Texte für viel Protest gesorgt. Der veranstaltende Kulturverein "Alba" - er verfolgt nach eigenen Angaben weder kommerzielle Ziele noch ist er ein professioneller Konzertveranstalter - wurde heftig kritisiert.

Die Stiftung NHTLZ hatte zuvor als Vermieterin der BBC-Arena, wo das Konzert am 5. Mai stattfinden sollte, dem Kulturverein geraten, den Auftritt abzusagen. Dieser ist nun der Empfehlung gefolgt, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht. Der Verein lässt die beiden Rapper nicht auftreten, "nicht zuletzt aus Sicherheitsüberlegungen".

Der Verein distanziert sich von "der Debatte um die umstrittenen Künstler", wie er in der Mitteilung schreibt. An dieser wolle er sich weder beteiligen noch zur Diskussion um die textlichen Inhalte der beiden Künstler äussern. Bereits gekaufte Tickets für das Konzert werden zurückerstattet.

Letzte Woche waren Kollegah und Farid Bang für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" mit dem deutschen Musikpreis "Echo" ausgezeichnet worden. Die Verleihung hatte in Musikkreisen heftige Kritik und eine Debatte über Antisemitismus ausgelöst. Mehrere Echo-Preisträger kündigten sogar an, ihre Trophäen aus Protest zurückzugeben.

Offener Brief von Schaffhauser Rapper

Schon zuvor waren in Schaffhausen Stimmen laut geworden, welche den Auftritt der beiden Rapper verbieten wollten. SP-Kantonsrat Patrick Portmann - als "Sympaddyc" selber als Rapper unterwegs - hatte nach der Echo-Verleihung zusammen mit der Lesbenorganisation Schweiz und dem Frauenstammtisch einen offenen Brief formuliert und die Veranstalter aufgefordert, das Konzert abzusagen.

Das Schreiben wurde von zahlreichen Politikern weit über die Kantonsgrenze hinaus mitunterzeichnet. Die nun angekündigte Konzertabsage vom Samstag, 5. Mai, trifft den Verein "Alba" hart. Sie verursache ein sehr hohes Defizit und gefährde den Verein in seiner Existenz, schreibt dieser.

Die Vermieterin der BBC-Arena bot dem Kulturverein nun aber Hilfe an. Die Veranstalter müssen für ihr Festival vom 5. und 6. Mai wegen der Absage des umstrittenen Konzerts dafür keine Miete bezahlen.

Ob für die beiden Rapper noch ein Ersatz mit einem anderen Programm auf die Beine gestellt werden kann, ist offen. Am Kulturfest und Familientag am Sonntag mit Musikern, Sängern und Comedians aus Albanien und Kosovo hält das OK vorderhand fest.

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