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Uni-Absolventen haben öfter mehrere Jobs als Sekundarschulabgänger

Uni-Absolventen haben laut einer Erhebung öfters mehrere Jobs als Sekundarschulabgänger. 8,4 Prozent der Erwerbstätigen mit Uni- oder Fachhochschulabschluss gehen mehreren Beschäftigungen nach.
Haben nach dem Abgang öfters mehrere Jobs gleichzeitig: Studierende, hier an der Universität St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Haben nach dem Abgang öfters mehrere Jobs gleichzeitig: Studierende, hier an der Universität St. Gallen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda/awp)

Gerade bei den Männern ist dies der Fall, während bei den Frauen kaum Unterschiede nach Bildungsstand bestehen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag in einer Studie mitteilte. Dabei zeigt sich, dass bei den Schweizer Arbeitskräften der Anteil Mehrfacherwerbstätiger mit zunehmender Bildung steigt.

Bei den Ausländern in der Schweiz ist es umgekehrt: Die Uni-Abgänger haben am wenigsten häufig mehr als einen Job.

Frauen doppelt so häufig wie Männer

Insgesamt gaben im vergangenen Jahr 352'000 Erwerbstätige an, mehr als eine Beschäftigung zu haben. Das sind 7,6 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz.

Mehr als einen Job haben insbesondere Frauen: Bei ihnen ist die Berufstätigkeit häufiger aufgeteilt (10 Prozent) als bei Männern (5,5 Prozent). Gerade, wenn sie Kinder unter 15 Jahren haben, sind die Frauen öfter an mehreren Stellen tätig (11,3%). Bei den Männern hat die Betreuung von Kindern indes keinen Einfluss.

Die Hälfte der Nebenbeschäftigungen konzentrieren sich in fünf Branchen: Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen, Hausangestellte, Handel- und Reparaturgewerbe sowie sonstige Dienstleistungen.

Kürzere Wochenarbeitszeit

Entgegen der landläufigen Meinung arbeiten Leute mit mehreren Jobs nicht länger als solche mit einer einzigen Stelle. Im Gegenteil: Rechnet man die Normalarbeitszeit für Haupt- und Nebenerwerb zusammen, kommt man auf 34,6 Stunden pro Woche. Erwerbstätige mit einer einzigen Stelle arbeiten mit 35,3 Stunden etwas länger.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Mehrfacherwerbstätige Männer sind im Schnitt knapp 43 Stunden für Haupt- und Nebenjob im Einsatz, Frauen indes knapp 30 Stunden pro Woche.

Knapp die Hälfte der Männer hat dabei einen Vollzeit-Haupterwerb. Bei den Frauen sind es lediglich gut 15 Prozent. Selbstständigerwerbende tendierten eher dazu, einen Vollzeitjob mit einer Teilzeitbeschäftigung zu verbinden, schrieb das BFS.

Ein Arbeitstag im Nebenjob

Alleine für ihre Nebenbeschäftigung sind die Menschen im Durchschnitt 8,9 Stunden pro Woche tätig. Das entspricht rund einem Arbeitstag pro Woche.

«Die verfügbaren Informationen erlauben keine Rückschlüsse auf die Beweggründe, weshalb eine Nebenbeschäftigung ausgeübt wird», heisst es in der Studie. «Immerhin scheinen die Mehrfacherwerbstätigen mit ihrer Situation insgesamt zufrieden zu sein.»

Lediglich eine Minderheit wünsche sich für ihren Teilzeit-Hauptjob einen höheren Beschäftigungsgrad. Ein Zehntel der Betroffenen sei mangels einer Vollzeitstelle mehrfacherwerbstätig. Die Hälfte der Leute mit mehreren Jobs hatte diese bereits fünf Jahre zuvor.

Mehrfachbeschäftigung stark gestiegen

Die Mehrfachbeschäftigung hat stark zugenommen. Vor 26 Jahren hatten lediglich 4 Prozent der Erwerbstätigen mehr als eine Stelle.

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre war der Anteil der mehrfachbeschäftigen Frauen höher als jene der Männer. Seitdem ist die Schere weiter auseinandergegangen (1,6 Prozentpunkten im 1991 auf 4,5 Prozentpunkte im Jahr 2017).

Im internationalen Vergleich ist die Mehrfachbeschäftigung hoch. In der EU haben lediglich 4 Prozent der Menschen mehr als eine Stelle.

Allerdings ist die Spannbreite gross: Während die Mehrfachbeschäftigung in Nordeuropa grösser ist als in der Schweiz, kommt sie in Ost- und Südeuropa kaum vor. In Bulgarien haben gerade 0,4 Prozent der Erwerbstätigen mehr als einen Job.

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