Unangemeldete Kontrolle: Angeblich keine Missstände bei Thurgauer Schafhalter

Nach Vorwürfen des militanten Vereins gegen Tierfabriken (VgT) gegen einen Thurgauer Schafhalter – inklusive der Veröffentlichung eines Videos – haben die Behörden eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. Missstände wurden nicht entdeckt. Kritik übt das Veterinäramt stattdessen am VgT. Coop und Bell sehen das Ganze anders.

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Nach Vorwürfen gegen einen Schafhalter haben die Thurgauer Behörden auf dem Hof eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. (Symbolbild/ KEYSTONE/Gian Ehrenzeller) (Bild: Symbolbild KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Nach Vorwürfen gegen einen Schafhalter haben die Thurgauer Behörden auf dem Hof eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt. (Symbolbild/ KEYSTONE/Gian Ehrenzeller) (Bild: Symbolbild KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

(sda/mbe)

Am Dienstagnachmittag habe das Thurgauer Veterinäramt, begleitet durch Staatsanwaltschaft und Polizei, auf dem Hof eines Schafhalters aus Herrenhof eine unangemeldete Kontrolle durchgeführt, teilte die Thurgauer Staatskanzlei am Mittwoch mit.

Die Behörden reagierten damit auf eine Anzeige, die der Verein gegen Tierfabriken (VgT) am Montag gegen den Schafhalter eingereicht hatte. Am Dienstag informierte der VgT unter anderem auf seiner Facebook-Seite über die Vorwürfe und untermauerte sie mit einem Video aus anonymer Quelle: Der Landwirt soll Schafe durch den Stall geworfen und sie mit Tritten und einem Knüppel misshandelt haben.

Keine Missstände

Bei der Kontrolle seien keine Missstände festgestellt worden, teilten nun die Behörden mit. Der Tierhalter habe offen informiert und sich kooperativ gezeigt. Sowohl der Betrieb als auch der Zustand der Schafe seien überprüft worden. Weder eine Gefährdung des Wohlergehens der Tiere noch Anzeichen von Tierquälerei wurden festgestellt.

Coop und Bell bleiben dabei

Coop und Bell gaben am Dienstag bekannt, nicht mehr mit dem Bauern aus Herrenhof zusammenzuarbeiten. Coop bekräftigt am Mittwoch: Die im Video gezeigten Zustände seien mit ihrem «langjährigen Engagement für das Wohl der Tiere nicht vereinbar». Bell schreibt: «Das im Video gezeigte Verhalten ist für uns inakzeptabel.» Die Zusammenarbeit bleibe bis auf Weiteres eingestellt, halten beide fest. Bell schreibt zudem, man stünden mit dem Produzenten in Kontakt. (red)

Die Forderungen des VgT nach einem sofortigem Totaltierhalteverbot und einer Beschlagnahmung der Tiere seien nicht gerechtfertigt. «Ob sich der Tierhalter strafrechtlich etwas hat zu Schulden kommen lassen, werden die weiteren Abklärungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen.»

Kritik am VgT

Die Veröffentlichung einer Anzeige nur wenige Stunden nach der Einreichung erschwere «die Beweissicherung in jeglicher Hinsicht», heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem führe die Publikation zu einer übereilten öffentlichen Vorverurteilung mit existenzbedrohenden Konsequenzen für den Tierhalter. In einem Rechtsstaat gelte bis zu einem rechtskräftigen Entscheid die Unschuldsvermutung