Umfrage: Fast die Hälfte der Schweizer wollen mehr Abstand

Nicht nur in Corona-Zeiten: Fast die Hälfte der Menschen in der Schweiz wollen im Alltag mehr Abstand. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatten sie sich zu mehr Nähe verpflichtet gefühlt als ihnen lieb gewesen war. Das hat eine Umfrage bei rund 1000 Personen ergeben.

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Zwei von drei Befragten empfinden den auf Grund der Hygieneregeln grossen Abstand zwischen den Menschen als unnatürlich.

Zwei von drei Befragten empfinden den auf Grund der Hygieneregeln grossen Abstand zwischen den Menschen als unnatürlich.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
(sda)

42 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen wünschten sich in einer Umfrage im Auftrag des Partnervermittlers Parship.ch insgesamt mehr Abstand im Alltag. Unabhängig von Alter und Geschlecht gaben etwa vier von zehn Antwortenden an, sich bei Begrüssungen zu mehr Kontakt verpflichtet zu fühlen, als ihnen lieb sei.

Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 53 Prozent, vermisst aber Umarmungen und Händeschütteln. Auf Begrüssungsküsschen scheinen viele verzichten zu können. Dieses Ritual fehlt laut der Umfrage nur 38 Prozent, bei den unter 30-Jährigen gar nur 22 Prozent.

Zwei von drei Befragten empfinden den auf Grund der Hygieneregeln grossen Abstand zwischen den Menschen als unnatürlich und freuen sich auf die Zeit, in der das Leben wieder sein wird wie früher.

Das sei kein Widerspruch, liess sich Parship.ch-Psychologin Dania Schiftan zitieren: «Es gibt im Alltag einen klaren Unterschied zwischen mehr Kontakt haben wollen und mehr Kontakt haben müssen, weil die sozialen Normen es so vorgeben.»

Die Studie wurde Ende Juni/Anfang Juli vom digitalen Markt- und Meinungsforscher Unternehmen Marketagent durchgeführt. Befragt wurden 1008 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren in der Deutschschweiz und in der Romandie.