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Trockenheit hinterlässt in der Natur ihre Spuren

Ein Augenschein im Kanton St. Gallen beweist: Die Trockenheit hinterlässt in der Natur ihre Spuren. Mit einer grösseren Artenvielfalt sollen die Wälder für den Klimawandel fit gemacht werden.
Herbstliches Laub mitten im Sommer: Die Wälder sind so trocken, dass das Waldbrandrisiko im Kanton St. Gallen auf die höchste Stufe erhöht wurde. (Bild: KEYSTONE-SDA/Nathalie Grand)

Herbstliches Laub mitten im Sommer: Die Wälder sind so trocken, dass das Waldbrandrisiko im Kanton St. Gallen auf die höchste Stufe erhöht wurde. (Bild: KEYSTONE-SDA/Nathalie Grand)

(sda)

Fachleute des St. Galler Kantonsforstamtes zeigen am Dienstag bei einem Waldstück oberhalb der Bodenseegemeinde Staad die Folgen der anhaltenden Trockenheit. Vergilbte Blätter, herunterhängende Äste, vertrocknetes Laub: Der Trockenstress hinterlässt bei den Bäumen ihre Spuren.

«Zwischen April und Juli ist rund 250 bis 300 Millimeter zu wenig Niederschlag gefallen», sagt Jörg Hässig. Er zeigt auf eine Buche von deren Äste alle Blätter gefallen sind. Der Waldboden ist übersät mit Laub und knochentrocken. Die wenigen Niederschläge der letzten Tage flossen oberflächlich ab. Es besteht die Gefahr von Murgängen.

Erhöhtes Waldbrandrisiko

Die Waldfläche im Kanton St. Gallen umfasst rund 8000 Hektaren. 60 Prozent des Waldes ist Schutzwald. Die Trockenheit und die steigenden Temperaturen lassen die Waldbrandgefahr steigen.

In den letzten 40 Jahren gab es im Kanton St. Gallen pro Jahr rund zwei bis drei Waldbrände. In diesem Frühling waren es bereits vier, sagt der Stellvertreter des Kantonsoberförsters.

Drei weitere ereigneten sich am Montag. Im Menzlenwald bei St. Gallen wurden durch ein Feuer 100 Quadratmeter Wald zerstört. Blitzeinschläge haben zudem zwei Brände in Bäumen ausgelöst.

Im Wald gilt bereits seit dem 23. Juli ein absolutes Feuerverbot. Es halten sich aber nicht alle daran. Es habe vereinzelte Verzeigungen gegeben, sagt Hässig. Die häufigsten Ursachen für Waldbrände sind Räumungsfeuer, Funkenflug bei Grillfeuer oder Blitzschlag.

Besonders gefährdet sind südexponierte Lagen, wie sie im Sarganserland und im St. Galler Rheintal häufig vorkommen. Das Waldbrandrisiko wurde auf die höchste Stufe erhöht.

Grössere Artenvielfalt

«Der Klimawandel hat bereits vor 30 Jahren begonnen», betont Maurizio Veneziani. Bis 2070 steigen die Temperaturen um durchschnittlich drei Grad. Heute gebe es die Buche bis 900 Meter über Meer, bis in 50 Jahren wandere sie bis auf 1400 Meter.

«Wir müssen den Wald für den Klimawandel fit machen», so Veneziani. Mit einer grösseren Artenvielfalt könne der Schweizer Wald auf die künftigen Klimabedingungen ausgerichtet werden. «Es braucht mehr Bäume, welche die Wärme und Trockenheit relativ gut vertragen.»

Der Kanton St. Gallen lanciert ein Pilotprojekt mit 50 Testpflanzungen. Ausserdem sollen die Revierförster mit Kursen für die Erhöhung der Arten- und Strukturvielfalt geschult werden. Eine genetische Vielfalt hätte auch positive Folgen auf die Lebewesen im Wald, sagt Veneziani.

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