Trainer filmte im Raum Luzern Dutzende Kinder in Umkleidekabinen

Ein Fussballtrainer hat in mehreren Luzerner Umkleidekabinen gegen 80 Kinder und Jugendliche heimlich gefilmt. Der 21-Jährige wurde festgenommen. Er hatte sich unter anderem als Handwerker Zugang zu den Kabinen verschafft.

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Der Täter filmte Kinder in den Umkleideräumen von zwei Schwimmbädern und einer Turnhalle. (Bild: KEYSTONE/LUIS BERG)

Der Täter filmte Kinder in den Umkleideräumen von zwei Schwimmbädern und einer Turnhalle. (Bild: KEYSTONE/LUIS BERG)

(sda)

Wie die CH-Media-Zeitungen am Donnerstag berichteten, entstanden die Aufnahmen zwischen November 2017 und Dezember 2018. Der Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, Simon Kopp, bestätigte den Fall gegenüber Keystone-SDA.

Der Mann nahm seine überwiegend männlichen Opfer in der Umkleidekabine auf Video auf und filmte sie unter anderem nackt beim Gang unter die Dusche. Seine Kamera positionierte der Mann in Umkleideräumen von Schwimmbädern oder Turnhallen. Teilweise filmte er auch von aussen ins Gebäudeinnere.

Betroffen sind drei Primarschulklassen aus Horw im dortigen Schwimmbad und zwei Klassen aus Neuenkirch, die in Emmen zum Schwimmen gingen. Gefilmt wurden zudem vier Juniorenmannschaften des Sportclubs Emmen in den Umkleidekabinen. Auf den Aufnahmen sind auch rund zehn Lehrpersonen oder Trainer zu sehen. Die Behörden sind nun daran, die Opfer zu identifizieren. Die Eltern der Kinder aus den betroffenen Schulklassen wurden diese Woche schriftlich informiert.

Zugang als Handwerker

Der mutmassliche Täter wurde festgenommen, nachdem im Schwimmbad in Emmen ein Gast bemerkt hatte, dass mit einem Handy versteckt Aufnahmen gemacht wurden. Der Täter ist dem Sprecher zufolge geständig. Der Schweizer verschaffte sich unter anderem als Handwerker Zugang zu den Umkleidekabinen. Er war Assistenztrainer des Sportclubs Emmen, musste von seiner Funktion zurücktreten und hat Hausverbot.

Die Polizei führte bei dem Mann eine Hausdurchsuchung durch und beschlagnahmte mehrere Datenträger. Es gibt laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Hinweise darauf, dass der Mann die Videos, die er gemacht hat, ins Internet gestellt hat. Die Qualität der Aufnahmen sei ausserdem «schlecht», Personen seien schwierig zu identifizieren.