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Tessin verstärkt ab dem 13. Dezember auch das Busangebot

Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels für den kommerziellen Verkehr beginnt am 13. Dezember eine neue Ära. Neben dem Bahn- hat das Tessin auch das Busnetz ausgebaut. Regierungsrat Claudio Zali sprach vor den Medien von einem «starken Zeichen» für den ÖV.

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Ab dem 13. Dezember verkehren die Busse im Tessin neu von frühmorgens bis spätabends.

Ab dem 13. Dezember verkehren die Busse im Tessin neu von frühmorgens bis spätabends.

KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
(sda)

Durch das ausgebaute Busnetz werde die Peripherie besser bedient, sagte der Vorsteher des Tessiner Departements für Bau, Umwelt und Verkehr Claudio Zali.

Mit dem ab dem 13. Dezember geltenden Angebot des öffentlichen Verkehrs könne im Kanton «anders gelebt» werden. Reisen von einem Ort zum andern würden bis spätabends möglich. Der öffentliche Verkehr solle künftig im Südkanton eine wichtige Rolle spielen, resümierte Zali.

Zwischen den Zentren und den Agglomerationsgemeinden seien neu bereits ab 5 Uhr morgens und bis 0.30 oder 1 Uhr nachts Busse im Einsatz, erklärte Mirco Moser, Vorsteher der Sektion Mobilität im Tessiner Departement für Bau, Umwelt und Verkehr.

Auch von den Ballungsgebieten in die Täler verkehrten die Busse neu ab 6 Uhr morgens und bis Mitternacht. In die Seitentäler des Tessins gibt es Verbindungen bis 20 Uhr abends.

Mit dem Ausbau des Busnetzes hätten auch rund 250 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, hielt Alex Malinverno, Verkaufsleiter von Postauto Süd, fest. Mit der Einführung des Übergangsfahrplans am 13. Dezember würden etwa 150 neue im Tessin wohnhafte Buschauffeure die Arbeit aufnehmen.

Übergangsfahrplan mit Einschränkungen

Im Bahnverkehr gilt im Südkanton zwischen dem 13. Dezember 2020 und dem 5. April 2021 ein Übergangsfahrplan. Die Euro- und Intercity-Züge würden in diesem Zeitraum bereits durch den Ceneri-Basistunnel fahren, sagte Moser. Bei den Regionalzügen gäbe es jedoch Einschränkungen. So verkehrt beispielsweise die S10 zwischen Biasca und Chiasso zwar alle halbe Stunde, kann jedoch nur zur vollen Stunde den Ceneri-Basistunnel passieren.

Auch verkehrten die Züge zwischen Locarno und Lugano nur alle 60 Minuten. Dasselbe gilt für jene zwischen Castione und Milano sowie zwischen Basel beziehungsweise Zürich und Bellinzona via Airolo.

Gratis-Tageskarten für die Bevölkerung

Auf den definitiven Fahrplanwechsel im April solle die Tessiner Bevölkerung ermuntert werden, das neue Angebot des öffentlichen Verkehrs kennenzulernen, erklärte Moser weiter. Dazu würden im kommenden Jahr 40'000 Tageskarten gratis abgegeben.

Zudem habe seine Abteilung eine neue Webseite namens trasportopubblico.ch in Betrieb genommen. Diese solle der Tessiner Bevölkerung Neuerungen im ÖV-Netz aufzeigen.

Roberta Cattaneo, Regionenleiterin Süd bei den SBB, betonte einmal mehr das gefühlte Zusammenrücken der drei Städte Locarno, Bellinzona und Lugano zur sogenannten «Città Ticino». Neben den drei grössten Städten des Kantons werde auch der Bahnhof Mendrisio als Verkehrsknotenpunkt gestärkt und erneuert.

Ab dem 5. April führen die SBB zudem die neue Linie S90 ein. Diese verkehrt dereinst im 30-Minuten-Takt über die Bergstrecke am Ceneri zwischen Giubiasco und Mendrisio.

Verspätung auf Baustellen

Bereits im Sommer hatte sich abgezeichnet, dass der neue Fahrplan im Tessin erst Anfang April 2021 vollständig umgesetzt werden kann. Dafür verantwortlich sind unter anderem verzögerte Arbeiten auf zwei Nebenbaustellen des Ceneri-Basistunnels. So wird der Ausbau der Strecke Locarno-Bellinzona zwischen Contone und Tenero erst Ende März fertig.

Die Arbeiten auf der zweiten Baustelle in Lugano-Paradiso konnten hingegen Ende Oktober fertiggestellt werden.

Auch die verzögerte Ausbildung neuer Lokomotivführer aufgrund der Coronavirus-Pandemie wirkte sich auf die Einführung des neuen Fahrplans aus.

Während die SBB für die Verspätung die sechswöchige Schliessung aller Baustellen im Kanton Tessin während der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie geltend machten, warf die Tessiner Regierung den SBB im Sommer vor, zu wenig Zeitreserven eingebaut zu haben.