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Teebeutel im Boden sollen Kohlenstoffkreislauf erhellen

Forschende haben weltweit tausende Teebeutel vergraben. Was kurios klingt, soll das Verständnis des Streuabbaus im Wald verbessern.
Die ersten im Boden vergrabenen Teebeutel werden nach drei Monaten sorgfältig geborgen und danach im Labor analysiert. Weitere Teebeutel bleiben noch bis zu 36 Monate im Boden. (Bild: WSL/Flurin Sutter)

Die ersten im Boden vergrabenen Teebeutel werden nach drei Monaten sorgfältig geborgen und danach im Labor analysiert. Weitere Teebeutel bleiben noch bis zu 36 Monate im Boden. (Bild: WSL/Flurin Sutter)

(sda)

Der Abbau abgestorbener Pflanzenteile ist eine entscheidende Grösse in Bezug auf den Klimawandel: Der in der Biomasse von Pflanzen gebundene Kohlenstoff wird bei der Zersetzung durch Bodenlebewesen nämlich wieder als Treibhausgas (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt.

Ökologen versuchen schon lange, diese Abbaurate mit exakt gewogenen Streusäckchen zu bestimmen. Da sie bei ihren Studien unterschiedliche Pflanzenarten und Taschen verwendeten, sind die Daten aber nicht universell vergleichbar, wie die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Donnerstag mitteilte.

Dann kamen niederländische Forscher auf die Idee mit den Teebeuteln. Sie vergruben Beutel mit einem Grüntee, der aus Blättern besteht und sich daher rasch abbaut, sowie Beutel mit langsam abbaubarem Rooibos-Tee aus gemahlener Baumrinde. Schliesslich lancierten Forschende weltweit die TeaComposition-Initiative und vergruben auf 570 Standorten jeweils über 30 Teebeutel.

Örtliches Klima zweitrangig

WSL-Mitarbeitende verbuddelten die Teebeutel auf acht Versuchsflächen in der Schweiz in unterschiedlichen Höhenlagen und auf sechs Berggipfeln. Nach jeweils drei, zwölf, 24 und 36 Monaten werden einzelne Säckchen wieder ausgegraben und deren Masseverlust bestimmt.

Erste Resultate nach drei Monaten zeigen: In dieser frühen Phase wird Grüntee in allen Lebensräumen deutlich schneller abgebaut als Rooibos-Tee. Dies liegt unter anderem daran, dass Grüntee mehr wasserlösliche Substanzen enthält und bei ihm der Kohlenstoff in anderen chemischen Verbindungen gebunden ist, wie die Forscher im Fachjournal "Science of the Total Environment" berichten.

Das örtliche Klima spielte über den kurzen Zeitraum eine untergeordnete Rolle, ausser an extrem trockenen oder nassen Standorten. Ob dies auch langfristig so ist, werden die Teebeutel nach ein oder zwei Jahren verraten.

Mithilfe von Computermodellen will Markus Didion von der WSL-Gruppe Ressourcenanalyse den Beitrag des Streuabbaus zum Kohlenstoffkreislauf errechnen und seine Modelle präzisieren. "Für uns ist der Teebeutel-Versuch genial, damit wir unsere Daten in einen globalen Zusammenhang stellen können", wird Didion in der Mitteilung zitiert.

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