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Studie: Altersdiskriminierung häufiger als Sexismus und Rassismus

Altersdiskriminierung kommt laut einer europäischen Studie häufiger vor als Sexismus und Rassismus. Der Freiburger Forscher Christian Maggiori will herausfinden, was getan werden kann, damit Ältere nicht ungerechter Behandlung ausgesetzt sind.
Ältere Menschen sehen sich auf Grund ihres Alters im Gesundheitswesen zuweilen ungerecht behandelt. Ein Freiburger Forscher will diesem Phänomen auf den Grund gehen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Ältere Menschen sehen sich auf Grund ihres Alters im Gesundheitswesen zuweilen ungerecht behandelt. Ein Freiburger Forscher will diesem Phänomen auf den Grund gehen. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

28 Prozent der in der Studie befragten Menschen gaben an, im Vorjahr Altersdiskriminierung erlebt zu haben. Von Sexismus sprachen 22 Prozent und von Rassismus 12 Prozent, wie Maggiori in einem am Freitag publizierten Interview mit der Zeitung «La Liberté» erklärte. Er ist Professor an der Hochschule für Sozialarbeit in Freiburg (HETS-FR).

Im Gesundheitswesen gäben gar 30 Prozent der über 70-Jährigen an, wegen ihres Alters ungerecht behandelt worden zu sein, sagte Maggiori weiter. Gründe für die Diskriminierung sieht er mehrere.

Im Gegensatz zu Sexismus und Rassismus gebe es kein Gesetz, das die Diskriminierung und die Stigmatisierung von älteren Menschen verbiete. sagte er. Gerade wenn es um Gesundheitskosten gehe, werde mit dem Finger auf Ältere gezeigt. Oder Jüngere könnten die ältere Generation als Gefahr für ihre eigene Rente sehen.

Forschung zu Sensibilisierungsprogramm

Maggiori will dem Phänomen nun auf den Grund gehen und dafür 50'000 Franken einsetzen, die er im November mit einer Auszeichnung der Stiftung Leenaards erhalten hat. Namentlich will er herausfinden, ob sich ein Sensibilisierungsprogramm für Kinder zum Thema Altersdiskriminierung machen lässt.

Die Arbeit mit Kindern sei wichtig, führte er im Interview aus. Denn Stereotypen bildeten sich bereits im Alter von 4 bis 5 Jahren und würden auf die eigene Person übertragen. Dies wiederum habe eine Auswirkung auf ihr Wohlbefinden.

Er erklärt diese Aussage mit einem Beispiel: Manche älteren Menschen könnten dazu tendieren, ihre gesundheitliche Versorgung zu vernachlässigen. Sie seien der Ansicht, dass es normal sei, ab einem bestimmten Alter krank zu sein.

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