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Staus auf Schweizer Strassen kosteten 2015 rund 1,9 Milliarden

Durch Staus auf den Strassen entstehen hohe volkswirtschaftliche Kosten. Gemäss aktualisierten Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) beliefen sich 2015 die Staukosten in der Schweiz auf rund 1,9 Milliarden Franken.
Stau auf der A1 auf der Nordumfahrung Zürich - diese gehört zu den am stärksten befahrenen Strassenabschnitten der Schweiz und ist chronisch überlastet. (Bild: Keystone/MICHAEL BUHOLZER)

Stau auf der A1 auf der Nordumfahrung Zürich - diese gehört zu den am stärksten befahrenen Strassenabschnitten der Schweiz und ist chronisch überlastet. (Bild: Keystone/MICHAEL BUHOLZER)

(sda)

Die Staukosten umfassen Zeitkosten, die sich Nutzer und Nutzerinnen des motorisierten Strassenverkehrs gegenseitig im Stau aufbürden, sowie staubedingte Umwelt-, Klima-, Energie- und Unfallkosten.

Wie das ARE am Mittwoch mitteilte, nahmen die Staukosten zwischen 2010 und 2015 von 1,8 Milliarden Franken auf rund 1,9 Milliarden Franken zu (plus sieben Prozent). 69 Prozent davon entfallen auf die Stauzeitkosten (plus 14 Prozent).

Die Stauzeitkosten weisen die tatsächlich erlittenen Verlustzeiten aus, die sich die Nutzer des motorisierten Strassenverkehrs gegenseitig im Stau aufbürden. Weitere rund 24 Prozent machen die staubedingten Unfallkosten aus (rund 450 Millionen Franken). Diese haben gegenüber 2010 leicht abgenommen.

Die Anteile staubedingter Umwelt- und Klimakosten sind sowohl 2010 wie auch 2015 vergleichsweise bescheiden (gut zwei Prozent), der Anteil der auf Staus zurückzuführenden Energiekosten beträgt 2015 rund fünf Prozent. Diese Umwelt-, Klima-, Energie- und Unfallkosten sind in den kürzlich vom ARE publizierten externen Kosten eingerechnet.

Stauzeitkosten, Schwerverkehr und LSVA

Die Stauzeitkosten werden im vorliegenden Bericht für den gesamten motorisierten Strassenverkehr und zusätzlich separat für den Schwerverkehr gemäss Vorgabe des Bundesgerichts berechnet. Die Stauzeitkosten, die der Schwerverkehr in der Schweiz verursachte, stiegen zwischen 2010 und 2015 von 378 Millionen Franken auf 444 Millionen Franken.

Diese staubedingten Kosten sind zusammen mit den externen Kosten und ungedeckten Infrastrukturkosten des Schwerverkehrs für die Berechnung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) relevant. Über die LSVA trägt der Schwerverkehr heute einen Teil der durch ihn verursachten Kosten. 2015 betrugen dessen ungedeckte Kosten rund 1,5 Milliarden Franken.

Die Kosten von Staus werden regelmässig vom ARE berechnet. Neben dem Ausbau der Infrastrukturen könne deren effizientere Nutzung, beispielsweise durch verschiedene Massnahmen zum Glätten der Verkehrsspitzen, dazu beitragen, diese beträchtlichen, der ganzen Volkswirtschaft schadenden Kosten zu reduzieren, schreibt das Bundesamt.

Mögliche, eher kurzfristig umsetzbare Massnahmen umfassen flexiblere Arbeits- und Unterrichtszeiten, ortsunabhängiges Arbeiten, Homeoffice und Video-Konferenzen. Längerfristig könn Staus auch mit monetären Anreizen begegnet werden wie etwa Mobility Pricing, das der Bund für den Raum Zug in einer Wirkungsanalyse untersucht.

Bund plant Tempo 80 zu Stosszeiten

Um die Stauzeit auf den Autobahnen zu reduzieren, zählt der Direktor des Bundesamts für Strassen, Jürg Röthlisberger, auf eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit, wie er in einem Interview mit dem «Blick» vom 11. Juli erklärt hatte.

Der Verkehr werde mit Tempo 80 flüssiger, weil der Abstand zwischen den Fahrzeugen reduziert werde und es zu weniger Unfällen komme. «Auf den Hauptverkehrsachsen müssen wir in Zukunft vermehrt zu diesem Instrument greifen», kündigte er an.

Für Röthlisberger sind die heutigen Staukosten «hässlich». Die Situation sei «inakzeptabel», vor allem auf den Mittelland-Autobahnen.

VCS für Temporegulierung

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) hielt am Mittwoch fest, bei Staus bewähre sich eine verkehrsabhängige Temporegulierung, so auf dem stark belasteten Abschnitt der A6 zwischen Muri BE und Thun. Dort seien die Fahrzeuge dank des «Systems zur Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnung» mit tieferem Tempo, mit 100 oder 80 km/h, flüssiger unterwegs.

Der VCS erwarte, dass diese einfache, aber sehr effektive Massnahme auf andere betroffene Autobahnstrecken übertragen werde. Sie sei weit kostengünstiger als ein mancherorts vorgesehener Infrastrukturausbau.

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