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Statt Carsharing: Bundesrätin Simonetta Sommaruga fährt nun Mini Cooper

Jahrelang verzichtete die Justizministerin auf ein persönliches Dienstfahrzeug. Nun hat sich Simonetta Sommaruga für einen rassigen britischen Kleinwagen entschieden.
Henry Habegger
Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Gut sieben Jahre lang hielt sie es im Bundesrat ohne Privatfahrzeug aus. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (58, SP), seit November 2010 im Amt, verzichtete bisher darauf, sich vom Bund neben dem offiziellen Repräsentationswagen auch ein persönliches Dienstfahrzeug finanzieren zu lassen.

Obwohl sie, wie alle anderen Regierungsmitglieder auch, Anrecht auf diesen Privatwagen hatte, bewegte sie sich mit Fahrzeugen fort, die sie bei Mobility auslieh. «Ich habe seit 14 Jahren kein eigenes Auto mehr. Deshalb glaube ich, dass ich auch als Bundesrätin keines brauche», sagte Sommaruga nach Amtsantritt dem «Blick».

«Ein Gokart-Gefühl»

Sieben Jahre später änderte die Berner Bundesrätin doch noch ihre Meinung. Vor einigen Monaten bestellte auch sie beim Bund einen persönlichen Dienstwagen. Und zwar einen ganz besonderen: Einen Mini Cooper, Baujahr 2018.

Der britische Kult-Kleinwagen, 1959 erstmals gebaut, gilt als «agil und wendig» und «besticht mit viel Retro» (TCS). Laut Eigenwerbung des Herstellers steht er für «mehr Abenteuer».

Seit 20 Jahren hat Sommaruga also erstmals wieder ein eigenes Auto. «Ja, Bundesrätin Sommaruga fährt einen Mini», bestätigt ihr Informationschef Guido Balmer. Aber warum hat sich die Justizministerin ausgerechnet für einen Mini Cooper entschieden? Balmer erläutert nach Rücksprache mit seiner Chefin: «Er ist leicht, klein und hat eine gute Bodenhaftung. Ein bisschen Gokart-Gefühl.»

Das bedeutet wohl, dass die Berner Bundesrätin gerne etwas rassig und tatsächlich mit einem Schuss Abenteuer unterwegs ist.

SP-Bundesrätinnen fallen jedenfalls durch eher eigenwillig und vergleichsweise bescheidene Autowünsche auf. Den Anfang machte Micheline Calmy-Rey, die ab 2003 Aussenministerin war: Sie wählte einen VW Golf als Dienstfahrzeug. Von der Genferin war bekannt, dass sie nicht nur in der Politik gerne Gas gab.

Sprecher Balmer betont aber auch noch: «Bundesrätin Sommaruga ist nach wie vor aber auch Mitglied bei Mobility-Carsharing und für weite Strecken benutzt sie auch weiterhin am liebsten den öffentlichen Verkehr.»

Fünf der sieben Regierungsmitglieder fahren damit derzeit einen vom Bund finanzierten privaten Dienstwagen. Das geht aus einer Zusammenstellung hervor, die die Bundeskanzlei herausgab.

FDP rechnet Kilometer ab

Die beiden FDP-Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Ignazio Cassis fahren derzeit ihren privat bezahlten Wagen. Allerdings werden ihnen bei Dienstreisen «die Kosten für den Gebrauch des privaten Motorfahrzeuges vergütet». Und zwar mit 80 Rappen pro Kilometer, steuerfrei. So steht es im «Aide-Mémoire», dieser Bedienungsanleitung für Bundesräte.

Speziell ist der Fall von Guy Parmelin (SVP). 2016, als er Bundesrat wurde, liess er sich seinen blauen Mazda vom Bund abkaufen. Für 20000 Franken. Seither fährt er dieses Vehikel als privates Dienstfahrzeug.

Doris Leuthards Cabrio

Die persönlichen Dienstwagen sind etwa so unterschiedlich wie die Charaktere der Bundesräte. Den schnittigsten hat Doris Leuthard. Neuerdings ein BMW 430 Cabrio, bis 2016 war es ein BMW 330 Cabrio. Bundespräsident Alain Berset (SP) fährt weiter seinen VW-Familienwagen aus dem Jahr 2013. Finanzminister Ueli Maurer (SVP) einen Mercedes Viano mit Jahrgang 2012, der auch schon als fahrendes Büro beschrieben wurde.

Zusätzlich verfügen die Bundesratsmitglieder und der Bundeskanzler über Repräsentationswagen mit Chauffeur. Hier tanzt Umweltministerin Doris Leuthard mit ihrem Tesla aus der Reihe. Alle anderen setzen auf Mercedes.

Kanzler mit altem Wagen

Neu weist die Bundeskanzlei auch die Energieeffizienzklassen der Bundesrats-Vehikel aus. Am schlechtesten schneidet hier der Kanzler Walter Thurnherr (CVP) ab. Er fährt den ältesten und dicksten Mercedes (S 450 4 Matic, Jahrgang 2008). Aber auch den mit der schlechtesten Energiebilanz.

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