Sporthändler blicken nach Corona-Einbruch optimistisch in Zukunft

Die Schweizer Sporthändler sind nach dem Corona-Pandemie bedingten Einbruch im Frühjahr nun positiv für die Sommermonate gestimmt. Insgesamt glauben nur 7 Prozent an einen Umsatzrückgang.

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Während Corona haben viele Schweizer etwa das Radfahren für sich entdeckt.

Während Corona haben viele Schweizer etwa das Radfahren für sich entdeckt.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda/awp)

Insgesamt wird für 2020 Umsatzrückgang von rund 10 Prozent geschätzt, falls keine zweite Schliessungsanordnung kommt. Besonders profitieren dürften Geschäfte, die Velo und/oder Service anbieten, da vor allem der Boom mit Elektro-Velos noch lange nicht zu Ende sein dürfte.

Bis Ende April lagen die Umsätze belastet von einem schwachen Wintergeschäft und von der Corona-Pandemie knapp 30 Prozent unter dem Vorjahr. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut GfK und der Verband Sportfachhandel Schweiz (Asmas) am Mittwoch veröffentlicht haben. Ohne Onlineumsätze, die sich verdoppelten, sähe das Resultat noch um einiges schlimmer aus, heisst es weiter.

Nach der Wiedereröffnung der Geschäfte am 11. Mai seien die Umsätze explodiert und im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 50 Prozent gestiegen. Positiv sei auch, dass ausser für Onlineprodukte, keine Umsätze ins Ausland abgeflossen seien, weil die Grenzen während Monaten geschlossen waren. Gemäss Asmas-Mitglieder nahmen die Umsätze bei der Hälfte der Geschäfte vom 11. Mai bis zum 7. Juni um 20 Prozent oder mehr zu, vor allem mit Schuhen, aber auch mit Hartware und Textil.

Guter Sommer erwartet

Für die Sommermonate sind die Sporthändler nun positiv gestimmt: 61 Prozent erwarteten eine positive bis sehr positive Umsatzentwicklung. Die Geschäfte in Berg- und Tourismusorten seien mit 55 Prozent etwas weniger euphorisch als Flachlandgeschäfte mit 68 Prozent. Insgesamt glauben nur 7 Prozent an einen Umsatzrückgang.

Die Entwicklung ist allerdings unterschiedlich: Sportgeschäfte, die sich stark im Team- und Vereinssport engagierten litten deutlich mehr als Geschäfte, die sich auf Outdoor, Running und Bike fokussierten.

Tourismusgebiete litten unter Umsatzeinbussen, da viele ausländische Gäste fehlten. Schweizer Gäste kämen in der Regel bereits sehr gut ausgerüstet in die Feriendestinationen, wird Asmas-Präsident Peter Bruggmann in der Mitteilung zitiert.

Auch für die Entwicklung des ganzen Jahres 2020 sind die Befragten mehrheitlich positiv gestimmt. Es spreche vieles für ein gutes zweites Halbjahr 2020. Erwähnt werden unter anderem die optimistischen Einschätzungen des Fachhandels, ein gewisser Nachholbedarf im Sport oder dass viele Schweizerinnen und Schweizer Ferien im eigenen Land machen.

Sport (etwa Velofahren) spiele im Leben eine immer wichtigere Rolle und Auslandeinkäufe dürften im Rahmen bleiben. «Hypothek bleibt das Minus aus dem schlechten Start ins 2020 und die Umsatzrückgänge in der Corona-Zeit», heisst es weiter. Zudem sei wie alle Jahre die Wintersaison unsicher.

Leichtes Wachstum im Vorjahr

Im vergangenen Jahr hat der Schweizer Sportmarkt (ohne Bike) um 1,4 Prozent zugelegt. Dabei wirkten sich der Wintersport im ersten und im letzten Quartal 2019 positiv auf das Ergebnis aus. Dies vor allem, weil die jeweiligen Vorjahresperioden sehr schwach waren, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Sommer-Ganzjahressport lag dagegen unter Vorjahresniveau. Ein konstanter und gewichtiger Umsatzträger mit rund 30 Prozent Anteil am Sportmarkt bleiben die Sportschuhe, die stark durch den Onlinehandel beeinflusst werden. Dieser legte 2019 um rund ein Viertel zu und erreichte einen Marktanteil von 15 Prozent.