Solothurner Filmtage trauern um Filmproduzentin Tiziana Soudani

Die Schweizer Filmproduzentin Tiziana Soudani ist am Samstag gestorben. Ihre Dokumentar- und Spielfilme wurden vielfach preisgekrönt, darunter «Pane e tulipane». Von den Solothurner Filmtagen hatte sie vor drei Jahren den «Prix d’honneur» erhalten.

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Die Tessiner Filmproduzentin Tiziana Soudani ist gestorben.

Die Tessiner Filmproduzentin Tiziana Soudani ist gestorben.

Solothurner Filmtage
(sda)

Die Solothurner Filmtage nehmen tief bestürzt Kenntnis vom Tod von Tiziana Soudani, wie es in der Mitteilung von Sonntagabend heisst. Soudani sei nach Angaben von Familienangehörigen am Samstag gestorben, sagte Ursula Pfander, Medienverantwortliche der Solothurner Filmtage, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Tessinerin wurde an den 52. Solothurner Filmtagen als erste Filmproduzentin überhaupt mit dem «Prix d’honneur» geehrt. Während mehr als dreissig Jahren habe sie ein untrügliches Gespür für Talent bewiesen und den Nachwuchs mit der ihr eigenen kreativen Sensibilität und Grosszügigkeit gefördert.

Ihre Dokumentar- und Spielfilme wurden vielfach preisgekrönt, so erhielt «Le meraviglie» von Alice Rohrwacher 2014 den Grossen Preis der Jury in Cannes. Ihre drei jüngsten Filme «Love me Tender», «Amazonian Cosmos» und «Monsieur Pigeon» stehen im Programm der 55. Solothurner Filmtage.

«Die Solothurner Filmtage, das Tessiner Filmschaffen, der Schweizer Film und das europäische Kino verlieren eine mutige Pionierin und eine strahlende, inspirierende Persönlichkeit», wird Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, in der Mitteilung zitiert.

Soudani wurde in Locarno geboren. 1987 gründete sie mit ihrem Mann Mohammed Soudani die Filmproduktionsfirma Amka Films. Es folgten abwechselnde Tätigkeiten für das Locarno Film Festival und Auslandaufenthalte. Nach Dokumentarfilmproduktionen auf dem afrikanischen Kontinent widmete sich Soudani immer mehr nationalen und europäischen Filmproduktionen.

Unter den zahlreichen von ihr produzierten Spielfilmen finden sich unter anderem «Pane e tulipani» von Silvio Soldini, «Waalo Fendo (là où la terre gèle)» von Mohammed Soudani (Schweizer Filmpreis, 1998) sowie «Vodka Lemon» von Hiner Saleem und «L’intervallo» von Leonardo Di Costanz. Die beiden letzteren wurden beide in Venedig prämiert. Soudani produzierte zudem mehr als hundert Dokumentarfilme. Sie war als Expertin beim Bundesamt für Kultur tätig und engagierte sich auch in der Schweizer und Europäischen Filmakademie.