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Schweizer Wirtschaft schaltet 2019 einen Gang zurück

Die Prognostiker sind sich einig, dass die Schweizer Wirtschaft im nächsten Jahr langsamer wachsen wird als im laufenden Jahr. Begründet wird dies unter anderem mit einer nicht mehr so rund laufenden Weltwirtschaft und einer «gedämpften Lohnentwicklung».
Die Konjunkturaussichten für die Schweiz verdüstern sich. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Konjunkturaussichten für die Schweiz verdüstern sich. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda/awp)

Gleich drei Prognosen für die weitere Entwicklung des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) wurden am Dienstag publiziert. Und alle kamen zum gleichen Schluss: 2019 wird das Wachstum schwächer ausfallen als im auslaufenden Jahr.

So geht die Expertengruppe des Bundes (Seco-Prognose) von einer Abschwächung auf 1,5 Prozent von 2,6 Prozent aus und die Ökonomen der Credit Suisse auf 1,7 von 2,7 Prozent. Der Experten-Konsens der ETH-Konjunkturforschungsstelle schliesslich sieht das BIP-Wachstum 2019 noch bei 1,6 nach 2,6 Prozent im 2018.

Zuvor hatten schon andere Institute ähnliche Werte genannt. So sagt zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank für 2019 ein Wachstum von «rund 1,5 Prozent» voraus, nachdem sich für das ablaufende 2018 ein Wert von «rund 2,5 Prozent» abzeichne.

Abruptes Bremsmanöver

Diverse Prognosen wurden im Übrigen gesenkt, und zwar für 2018 und 2019. Dies gilt zum Beispiel für die Vorhersagen des Seco. Die tiefere Prognose für 2018 begründeten die Bundesökonomen damit, dass das Wachstum im dritten Quartal abrupt gebremst worden sei. Bekanntlich schrumpfte die Schweizer Wirtschaft damals um 0,2 Prozent.

Die Seco-Experten gehen zwar davon aus, dass die Export- und die Binnenwirtschaft nach dem schwachen dritten Quartal zu einem moderaten Wachstum zurückkehren werden und die Schweizer Volkswirtschaft nicht in eine Rezession rutschen wird. Die starken Wachstumsraten der ersten Jahreshälfte 2018 dürften aber laut ihrer Einschätzung nicht mehr erreicht werden.

«Normalisierung» der Weltwirtschaft

Ab 2019 setze sich dann die konjunkturelle «Normalisierung» der Weltwirtschaft fort, nachdem diese 2017 und 2018 geboomt habe, hiess es vom Seco weiter. Der Euroraum dürfte dabei laut den Experten etwas schneller an Dynamik einbüssen als bei der letzten Prognose im September erwartet. Dies habe Auswirkungen auf die Exporte und in der Folge auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen.

Zu ähnlichen Einschätzungen kamen der KOF-Konsensus und die Credit-Suisse-Ökonomen. Sie erwarten ausserdem ein schwächeres Wachstum bei den Bauinvestitionen.

Uneinigkeit beim Konsum

Uneinig sind sich die Prognostiker, was den Konsum betrifft. Bei dieser wichtigen BIP-Komponente gehen die Seco-Experten von einer nur leichten Beschleunigung auf 1,1 von 0,9 Prozent aus, die CS-Ökonomen hingegen erwarten einen deutlicheren Anstieg auf 1,4 von 1,0 Prozent. Letztere betonen die sinkende Arbeitslosenquote, welche sich positiv auf die Konsumentenstimmung übertragen sollte.

Auch das Seco bezeichnet die Lage am Arbeitsmarkt zwar als «sehr gut» und geht für 2019 von einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent aus (Prognose 2018: 2,6%). Auf der anderen Seite verringerten jedoch die «gedämpfte Lohnentwicklung» in der jüngsten Vergangenheit sowie die positive Teuerung die reale Kaufkraft der Haushalte. Folglich bleibe die Konsumneigung gering.

«Beträchtliche Risiken»

Die Prognostiker betonen die Risiken für ihre Vorhersagen. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, würden die Weltkonjunktur und der Welthandel stärker ausgebremst als in der Prognose angenommen, hiess es etwa vom Seco.

Auch in Europa sei die politische Unsicherheit nach wie vor hoch. Explizit erwähnt wurden ausserdem die internationale Verschuldung, die «beträchtliche Risiken» berge, sowie die Ungewissheit im Verhältnis Schweiz-EU.

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