Schweizer Städte haben Verbesserungsbedarf beim Fussverkehr

Dem Fussverkehr wird in Schweizer Städten gemäss einer Studie momentan ein noch zu kleiner Stellenwert beigemessen. Abhilfe schaffen könnten demnach konkrete Massnahmen und zusätzliche Statistiken. Bei der Planung gilt Basel als fussgängerfreundlichste Stadt.

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Die Fussgängerfreundlichkeit in Schweizer Städten lässt sich verbessern. Trottoirs sind mehrheitlich zu schmal und Tempo 20 und 30 erhöhen die Sicherheit von Fussgängern.

Die Fussgängerfreundlichkeit in Schweizer Städten lässt sich verbessern. Trottoirs sind mehrheitlich zu schmal und Tempo 20 und 30 erhöhen die Sicherheit von Fussgängern.

KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
(sda)

16 Schweizer Städte haben am Städtevergleich Fussverkehr der verkehrspolitischen Umweltorganisation «umverkehr», des Vereins Fussverkehr Schweiz und der Hochschule für Technik Rapperswil teilgenommen. Die Ergebnisse sind am Mittwoch veröffentlicht worden.

Aarau schnitt bei der Bewertung der Infrastruktur durch die Bevölkerung am besten ab. Chur erzielte bei der Zufriedenheit und Basel bei der Planungspraxis die besten Werte. Neuenburg erwies sich als die fussgängerfreundlichste Stadt in der Romandie.

Bellinzona erreichte im Quervergleich der Tessiner Städte die höchste Punktzahl. Insgesamt erzielte Basel mit 68 Prozent aller erfüllten Anforderungen den höchsten Wert aller untersuchten Städte. Diese fünf Städte erhalten je eine «goldene Schuhbürste». Diese soll symbolisch darstellen, dass die Stadt zwar gut abgeschnitten hat, aber weiter an der Fussgängerfreundlichkeit polieren muss, um zu brillieren.

Zu schmale Trottoirs

Schweizer Städte haben Verbesserungsbedarf beim Fussverkehr und Handeln ist laut der Umfrage angezeigt. Im Fussverkehrstest hat sich laut der Untersuchung unter anderem gezeigt, dass die Trottoirs mehrheitlich zu schmal sind. Bei Trottoirs entlang von Hauptstrassen werden die Vorgaben der Schweizer Norm oft nicht eingehalten.

Die Verantwortlichen der Umfrage raten dazu mehr Fussgänger- und Begegnungszonen zu schaffen. Es habe sich gezeigt, dass Temporeduktionen gewünscht seien. Verwiesen wird auch auf die Verkehrsunfallstatistik, die zeige, dass je höher der Anteil an Strassen mit Tempo 20 und 30 desto weniger Fussgängerunfälle gebe es.

Messungen bei der Begehung und die Umfrage zeigten, dass für Fussgänger die Wartezeit an Ampeln generell sehr lang seien. Als eines der häufigsten Probleme nannten Fussgänger das Velofahren auf dem Trottoir.

Fehlende Statistiken

Dem Fussverkehr wird laut den Umfrageverfassern in der Schweiz momentan noch ein zu kleiner Stellenwert zugeschrieben. Für andere Formen der Mobilität existierten diverse Statistiken, Erhebungen und Vergleiche, die für den Fussverkehr fehlten, wird kritisiert. Ausserdem müssten künftig auch bestehende Standards und rechtliche Vorgaben bezüglich des Fussverkehrs konsequenter, und flächendeckend umgesetzt werden.