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Schweizer Nobelpreisträger: «Kümmern wir uns um unseren Planeten»

Exoplanetenjäger Michel Mayor, der am Dienstag den Nobelpreis für Physik erhielt, hält es für völlig unrealistisch, dass die Menschheit auf einen fernen Planeten auswandert. Der Genfer Forscher sprach am Rande einer Konferenz bei Madrid.
Der Genfer Astronom Michel Mayor teilt sich den diesjährigen Physik-Nobelpreis mit seinem Kollegen Didier Queloz und dem kanadischen Kosmologen James Peebles. (Bild: KEYSTONE/AP/MANU FERNANDEZ)

Der Genfer Astronom Michel Mayor teilt sich den diesjährigen Physik-Nobelpreis mit seinem Kollegen Didier Queloz und dem kanadischen Kosmologen James Peebles. (Bild: KEYSTONE/AP/MANU FERNANDEZ)

(sda/afp)

«Es war eine uralte Frage, die von Philosophen diskutiert wurde: Gibt es andere Welten im Universum?», sagte Mayor in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Vor 24 Jahren konnte er diese Frage zusammen mit Didier Queloz beantworten.

Die beiden Genfer Astronomen entdeckten den ersten Planeten, der um einen Stern ausserhalb unseres Sonnensystems kreist. Am Dienstag wurden sie für diese Entdeckung mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.

Mittlerweile wurden über 4000 Exoplaneten entdeckt. «Wir suchen nach Planeten, die uns am nächsten sind und der Erde ähnlich sein könnten», so Mayor. Mit Queloz habe zeigen können, dass es möglich sei, diese fernen Planeten zu untersuchen.

Technologien für Suche nach Leben

Auf die Frage, ob es weiteres Leben im Universum geben könnte, erklärte Mayor, es gebe in der Milchstrasse zwar eine Vielzahl von Gesteinsplaneten, die eine ähnliche Masse wie die Erde besitzen und in günstiger Entfernung um den Zentralstern kreisen. Dort könnten Temperaturen herrschen, die die Entwicklung der Chemie des Lebens erlauben. Aber: «Mehr wissen wir nicht. Und niemand kann die Wahrscheinlichkeit für Leben anderswo berechnen.»

Einige Forschende seien der Ansicht, dass es ausreiche, dass die Grundbedingungen stimmen, dann würde Leben von selbst entstehen. «Aber andere sagen: 'Nein, nein, das ist nicht wahr, das ist viel zu kompliziert.'», so Mayor. Der einzige Weg, die Frage nach Leben da draussen zu beantworten, sei die Entwicklung von Technologien, um Leben aus der Ferne zu erkennen. Es liege an der nächsten Generation, diese Frage zu beantworten.

Wunderschön und noch lebensfreundlich

Dass die Menschheit dereinst zu Exoplaneten reist, hält der Astronom allerdings für ausgeschlossen. «Diese Planeten sind viel, viel zu weit entfernt.» Selbst wenn sich ein lebensfreundlicher Planet in unserer kosmischen Nachbarschaft befände, also «nur» einige Dutzend Lichtjahre entfernt, sei die nötige Zeit für die Reise dorthin beträchtlich. Mit aktuellen Ressourcen belaufe sich diese Zeitspanne auf Hunderte von Millionen Tagen.

«Kümmern wir uns um unseren Planeten hier, er ist wunderschön und noch ziemlich lebensfreundlich», betonte der Astronom. Aussagen zu Plänen, dass die Menschheit auf einen anderen bewohnbaren Planeten auswandern soll, wenn auf der Erde dereinst kein Leben mehr möglich ist, halte er für völlig verrückt.

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